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Neuer Streamingdienst : Disney auf Rekordhoch, Netflix unter Druck

  • Aktualisiert am

Gut aufgelegt: Die Disney-Maskottchen Minnie, Mickey und Pluto im Disneyland Paris Bild: Reuters

Das Unterhaltungs-Imperium schlägt zurück: Die Wall Street belohnt Disneys Pläne, mit einem Kampfpreis ins Streaming-Geschäft einzusteigen, mit elf Prozent Kursplus. Noch-Marktführer Netflix verliert.

          Ein Rekordhoch bei den Aktien der Walt Disney Company und Starke Quartalszahlen der Wall-Street-Bank JP Morgan und haben am Freitag den Dow Jones Industrial angetrieben. Der New Yorker Leitindex gewann 1,03 Prozent auf 26.412,30 Punkte. Auf Wochensicht machte er damit sein bisheriges Minus fast komplett wett.

          Die Disney-Aktien waren durchweg an der Dow-Spitze und schlossen 11,54 Prozent höher. Als Star des Tages auf dem erreichten sie mit 130,90 Dollar den höchsten Kurs ihrer Geschichte erreichten und gingen mit 130,06 Dollar (plus 11,54 Prozent) aus dem Handel.

          Der Unterhaltungsriese will nun auch im Video-Streaming-Geschäft mitmischen und bringt in den Vereinigten Staaten einen eigenen Dienst zum Kampfpreis an den Start. „Disney+“ soll 6,99 Dollar im Monat kosten und wäre damit billiger als das günstigste Abo des Rivalen Netflix. Netflix-Papiere verloren 4,49 Prozent.

          Analysten waren von dem neuen Disney-Angebot angetan. Disney+ überzeuge, schrieb etwa Steven Cahall von der RBC in einer Studie. Die Konzernziele für das Wachstum der Abonnentenzahlen lägen deutlich über den Erwartungen.

          Weiter im Aufwärtstrend

          Der breit gefasste S&P 500 legte um 0,66 Prozent auf 2907,41 Punkte zu und nähert sich damit seinem Höchststand von knapp 2941 Punkten aus dem September 2018. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,44 Prozent auf 7628,15 Punkte nach oben. Hier fehlen nur etwas mehr als 70 Zähler bis zu einer neuen Bestmarke.

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          Eine im März stärker als erwartet eingetrübte Stimmung der amerikanischen Verbraucher tat der Freude der Aktienanleger kaum einen Abbruch. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima war auf 96,9 Punkte gefallen, während Volkswirte nur mit einem Rückgang auf 98,2 Punkte gerechnet hatten. Der Index der Uni Michigan ist ein Indikator für das Kaufverhalten der amerikanischen Verbraucher.

          Bank überzeugt Analysten

          Die größte amerikanische Bank, JP Morgan, legte als erstes gewichtiges Unternehmen in den Vereinigten Staaten den Geschäftsbericht vor und überzeugte erneut die Investoren. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres hatte JP Morgan einen Überschuss von etwas mehr als neun Milliarden Dollar erzielt. Das Wall-Street-Haus habe seine Schätzungen in fast allen Belangen übertroffen, kommentierte RBC-Analyst Gerard Cassidy in einer Studie. JP-Morgan-Aktien gewannen 4,69 Prozent und zogen die Papiere von Goldman Sachs (plus 2,47 Prozent) nach oben. Die Bank will am Montag ihre Quartalszahlen vorlegen.

          Die Aktien der Großbank Wells Fargo drehten nach einem freundlichen Start im Zuge positiv aufgenommener Quartalszahlen rasch ins Minus und standen am Ende des Tages 2,62 Prozent tiefer. Als Grund für den Dreh machten Börsianer die von der Bank gesenkte Prognose für den diesjährigen Nettozinsertrag aus. Finanzvorstand John Shrewsbury hatte die Maßnahme in der Telefonkonferenz zu den aktuellen Zahlen nicht zuletzt mit der Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed begründet, von weiteren Zinserhöhungen zunächst abzusehen.

          Ein sensationelles Börsendebüt feierten die Aktionäre von Jumia. Der afrikanische Online-Händler – ein Startup der Berliner Rocket Internet – sammelte beim Börsengang in New York 196 Millionen Dollar ein. Jumia platzierte die Aktien zu 14,50 Dollar das Stück. Der erste Kurs lag mit 18,95 Dollar schon deutlich darüber, der Schlusskurs mit 25,46 Dollar erst recht.

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