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Warren Buffett Bild: AP

Technologieaktien : Buffett oder Soros – wer hat Recht?

Während George Soros seine Technologieaktien verkauft, erhöht Warren Buffett seine Anteile an Apple. Wessen Beispiel sollten Anleger jetzt folgen?

          Es gibt auf der Welt eigentlich nur zwei Menschen, die den oft inflationär gebrauchten Titel „Starinvestor“ auch wirklich verdienen. Bei dem einen handelt es sich um Warren Buffett, bei dem anderen um George Soros. Beide zählen zu den reichsten Menschen der Welt, beide sind 87 Jahre alt, und beide beschäftigen sich mit Unternehmen, zu denen sie aufgrund ihres Alters ein distanzierteres Verhältnis haben dürften als viele jüngere Leute. Die Rede ist von den Technologieunternehmen Apple, Amazon, Facebook & Co.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Soros und Buffett, die sich in diesen Fragen von jüngeren Fondsmanagern und gar von den eigenen Enkeln und Urenkeln beraten lassen, schätzen diese Unternehmen interessanterweise recht unterschiedlich ein. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Soros die Aktien des iPhone-Herstellers Apple, des Online-Versandhauses Amazon und des sozialen Netzwerks Facebook vollständig aus seinem Portfolio entfernt hat. Gleichzeitig machte Warren Buffett publik, dass er über seine Holding Berkshire Hathaway seinen Anteil an Apple-Aktien im Portfolio um stattliche 23 Prozent erhöht habe. Dabei hatte sich Buffett lange Zeit sehr skeptisch gegenüber Technologieaktien aller Art geäußert und erst sehr spät in sie investiert. Soros oder Buffett – wer hat recht?

          Dominanz von Apple überzeugt

          Natürlich kann niemand mit Sicherheit sagen, wie sich die Kurse einzelner Aktien in Zukunft entwickeln. Trotzdem spricht einiges dafür, dass in diesem Fall Buffett mit seiner Einschätzung richtigliegt. Zwar sehen besonders Profi-Anleger viele Technologieaktien in jüngster Zeit recht kritisch. Apple habe bei den Preisen für das neue iPhoneX überzogen, heißt es dann, Amazon sei wegen seiner Marktmacht ein Fall fürs Kartellamt, und Facebook könne die Nutzer nicht mehr so lange an sich binden wie noch vor einiger Zeit.

          Facebook -- --
          Apple -- --
          Amazon.com -- --
          Twitter -- --
          Snap Inc -- --
          Alphabet -- --

          Dies alles sind Einwände, die nicht falsch sind und die die Kurse auch einmal kurzfristig fallen lassen können. Aber ihnen gegenüber gibt es ein schlagendes Argument: Bei all diesen Aktien handelt es sich um die führenden Unternehmen unserer Zeit. Wir telefonieren mit dem iPhone, wir bestellen alles Erdenkliche über Amazon und wir vernetzen uns via Facebook – und zwar überall auf der Welt. Diese Dominanz mag man kritisch sehen, aber den Aktionären kann nichts besseres passieren. Sie werden an diesen Aktien noch lange ihre Freude haben.

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