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Verbesserte Profitabilität : Adidas begeistert Aktionäre

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Adidas-Chef Kasper Rorsted hat gute Nachrichten für seine Aktionäre. Bild: dpa

An der Börse wird Adidas für Zahlen, Ausblick und Dividende gefeiert. Konzern-Chef Kasper Rorsted will bei der Profitabilität weiter Dampf machen. Der Aktienkurs legt über 10 Prozent zu.

          Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch ihre anfängliche Zurückhaltung aufgegeben und den Dax wieder etwas nach vorne geschoben. Ermuntert von starken Adidas-Zahlen fassen sich die Anleger ein Herz: Der Dax arbeitet sich im Laufe des Tages nach oben und legte 0,3 Prozent auf 12.257 Punkte zu.

          Kopfschmerzen bereitet Investoren allerdings die Entlassung von Amerikas Außenminister Rex Tillerson vor einem anvisierten Treffen von Präsident Donald Trumps mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. „Die anhaltenden Chaos-Tage im Weißen Haus geben den Anlegern nicht gerade Sicherheit“, betonte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Hinzu kommt die Angst vor einem Handelskrieg, die vor allem die asiatischen Börsen belastete.

          Auslöser sind Überlegungen Trumps, Importzölle auf chinesische Waren im Volumen von bis zu 60 Milliarden Dollar zu erheben. „Für den deutschen Leitindex ist es von großer Bedeutung, dass die Unterstützung bei 12.000 Zählern intakt bleibt“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. „Ein klarer Durchbruch unter dieses Niveau würde den Beginn einer größeren Korrektur signalisieren.“

          Verwöhnprogramm für Aktionäre

          An der Dax-Spitze brannten derweil die Adidas-Aktien mit einem Plus von fast 10 Prozent ein Kursfeuerwerk ab. Damit steuerten sie auf den größten Tagessprung seit fast neun Monaten zu. Mit 185,85 Euro notierten die Papiere so hoch wie seit knapp sechs Wochen nicht mehr.

          Der Sportartikelhersteller startet ein Verwöhnprogramm für seine Aktionäre. Eine höher als erwartet ausfallende Dividende und ein milliardenschwerer Aktienrückkauf sollen die Anteilseigner bei Laune halten. Basis dafür ist ein kräftiger Gewinnanstieg im vergangenen Jahr. 2018 dürften die Sprünge allerdings etwas kleiner ausfallen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Dafür macht Adidas-Chef Kasper Rorsted nun beim Thema Profitabilität Dampf: Mittelfristig trauen sich die Franken in diesem Punkt nun mehr zu.

          ADIDAS

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          Konzernchef Rorsted sprach von einem „starken Jahr“ für Adidas. China, Nordamerika und das Online-Geschäft seien Haupttreiber dieser Entwicklung gewesen. Auch das Sorgenkind Reebok ist inzwischen aus dem Gröbsten raus. „Wir haben die Blutung gestoppt“, sagte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer. Rorsted, der kurz nach seinem Amtsantritt im Herbst 2016 der Tochter ein Fitnessprogramm mit dem Namen „Muscle Up“ verpasst hat, ist überzeugt, dass die über Jahre vernachlässigte Marke vor 2020 wieder profitabel sein wird.

          Hoffnung für Tochter Reebok

          Die Umsätze von Reebok zogen bereits 2017 mit Ausnahme von Nordamerika wieder an. Dort hatte der Konzern im vergangenen Jahr etliche unrentable Läden dicht gemacht, die Organisation gestrafft und die Produkte überarbeitet. Für mehr Erfolg bei den Frauen soll künftig Designerin Victoria Beckham mit eigenen Reebok-Modellen sorgen.

          Konzernweit stiegen die Umsätze 2017 um 15 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro an, angetrieben von einem starken Wachstum der Hausmarke Adidas und einer guten Nachfrage nach Laufschuhen und modischen Sneakers. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft verbesserte sich um ein gutes Viertel auf 1,35 Milliarden Euro und wäre ohne die Belastungen aus der US-Steuerreform bei 1,43 Milliarden Euro herausgekommen. Operativ legte Adidas um ein knappes Drittel zu und erreichte eine Marge von 9,8 Prozent.

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