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Erste Zahlen nach Börsengang : Aktie von Levi’s sehr gefragt

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Die Blue-Jeans-Ikone Levi Strauss ist zurück an der Börse. Bild: AFP

Der amerikanische Jeans-Konzern Levi’s hat im ersten Quartal starke Zahlen vorgelegt. Der Aktienkurs legte deutlich zu.

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          Der legendäre Jeans-Hersteller Levi Strauss (Levi’s) hat nach seiner fulminanten Rückkehr an die Börse starke Geschäftszahlen vorgelegt. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro), wie Levi’s am Dienstag nach Börsenschluss in San Francisco mitteilte. Der bereinigte Gewinn stieg sogar um mehr als 80 Prozent auf 151 Millionen Dollar in die Höhe, was allerdings vor allem an hohen Sonderkosten im Vorjahr lag. Für das Unternehmen machte sich die Strategie bezahlt, sowohl das Filialnetz auszubauen als auch mehr in das Online-Geschäft zu investieren.

          Levi’s hatte im März ein beeindruckendes Börsen-Comeback an der New York Stock Exchange gefeiert, nachdem der 166 Jahre alte Modekonzern zwischenzeitlich wieder privatisiert worden war. Die Wurzeln des traditionsreichen Unternehmens gehen auf den Auswanderer Löb Strauss aus dem bayerischen Buttenheim zurück. Dieser war zunächst mit seinen Brüdern im Textilgroßhandel an der Ostküste tätig.

          Von Buttenheim nach San Francisco

          Im Zuge des Goldrauschs in Kalifornien machte sich Löb Strauss, der sich mittlerweile Levi nannte in San Francisco selbständig mit einem Großhandel für Stoffe und Kurzwaren. Zusammen mit dem Schneider Jacob Davis aus Reno, der ein Verfahren für die Verstärkung der strapazierten Stellen von Hosen mit Nieten erfunden hatte, meldete Levi Strauss 1873 ein Patent für vernietete Arbeitshosen an. Dies gitl als Geburtsstunde der Blue Jeans.

          In den neunziger Jahren verschlief das Unternehmen Modetrends und verlor unter Verbrauchern an Attraktivität. Die Marke kam durch die Konkurrenz von Billigware und Designer-Jeans Druck. Zwischen 1996 und 2003 schrumpften die Umsätze von mehr als 7 auf nur noch 4 Milliarden Dollar. Levi Strauss machte Verluste, kämpfte mit hohen Schulden und Fehlern in seiner Bilanzierung.

          Levi Strauss & Co

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          2003 schloss man seine verbliebenen amerikanischen Werke. Zwischenzeitlich war die Mitarbeiterzahl von 40.000 auf 11.800 Mitarbeiter gefallen, mittlerweile beschäftigt man wieder 14.400 Menschen.Peut-a-peut hat sich das Unternehmen wieder stabilisiert, nicht zuletzt immer wieder durch Umschuldungen. 2018 hatte der Jahresumsatz erstmals seit 1999 wieder 5 Milliarden Dollar überschritten.

          Seit 2016 liegt der Reingewinn vergleichsweise beständig knapp unter 300 Millionen Dollar, was aber angesichts des steigenden Umsätze eher negativ war. Indes entwickelte sich das Betriebsergebnis 2018 deutlich besser, auch wenn die 2016er Marge von mehr als 10 Prozent nicht ganz erreicht wurde. In den vergangenen 12 Monaten blieb die Marge knapp unter 10 Prozent im wesentlichen konstant.

          Derzeit folgen noch keine Analysten der Aktie, indes einige Rentenanalysten. Da die Aktiennotierung noch nicht so alt ist und bei Anleiheschulden von knapp einer Milliarde Dollar ist das auch nicht so überraschend. Das Anleiherating liegt bei „BB“ immer noch im spekulativen, wenn gleich höheren spekulativen Bereich.

          Die Aktie hat derzeit noch keinen stabilen Trend. Gegenüber dem Ausgabepreis von 17 Dollar notiert sie allerdings mit 21,88 Dollar deutlich höher. Am Mittwoch wird sie auf der Handelsplattform Tradegate in Deutschland 6,6 Prozent höher bei 20,81 Euro gehandelt.

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