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Abschied vom Aktienmarkt : Investor will Konzertveranstalter DEAG von der Börse nehmen

  • Aktualisiert am

Investor Christian Angermayer Bild: Bothor/Schiff

Die Corona-Krise hat den Umsatz des Unternehmens um rund zwei Drittel fallen lassen. Christian Angermayer hat ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile der DEAG vorgelegt. Die Aktie verliert deutlich im Kurs.

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          Der vor allem bei Fintechs und anderen Start-up-Unternehmen aktive Investor Christian Angermayer will den von der Corona-Krise gebeutelten Berliner Konzertveranstalter und Ticketverkäufer DEAG von der Börse nehmen. Über eine maltesische Holding kündigte Angermayer, der 18 Prozent an der Berliner DEAG Entertainment hält, am Montag ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile an.

          Dabei hat er sich mit dem ehemaligen Hedgefonds-Manager Mike Novogratz und weiteren DEAG-Aktionären zusammengetan, die nach Unternehmensangaben zusammen auf 47 Prozent kommen und zusammen mit Angermayer investiert bleiben wollen. Novogratz, mit dem Angermayer schon mehrfach zusammengearbeitet hat, hält allein knapp 14 Prozent an der DEAG.

          DEAG DT.ENTERTAINM. O.N.

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          Gründer und DEAG-Chef Peter Schwenkow stellte sich hinter die Pläne: Die Großaktionäre hätten zugesagt, „trotz der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten über die Zukunft der Live-Entertainment-Industrie durch die weiterhin bestehenden Restriktionen“ den Wachstumskurs der DEAG zu begleiten.

          Mit voraussichtlich 3,07 Euro je Aktie liegt die Offerte an die übrigen Aktionäre deutlich unter dem Schlusskurs von 3,65 Euro am vergangenen Freitag. Bei der Entscheidung über den Rückzug von der Börse haben diese aber nichts mitzureden. Wenn sie nicht verkaufen, laufen sie Gefahr, ihre Aktien nicht mehr handeln zu können. Die Aktie fiel am Montag um gut 15 Prozent auf gut 3 Euro.

          Die DEAG hat die Coronakrise, in der Großveranstaltungen über Monate praktisch verboten sind, nach eigenen Angaben bisher glimpflich überstanden. Trotz eines Umsatzeinbruchs um fast zwei Drittel auf 39 Millionen Euro in den ersten neun Monaten rechnet das Unternehmen 2020 nicht mit einem operativen Verlust. Anfang Dezember hatte sich die DEAG über die Staatsbank KfW einen Kredit über 25 Millionen Euro besorgt.

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