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Immobilienfinanzierung : Aareal Bank steigert Betriebsergebnis

Aareal Bank in Wiesbaden Bild: Aareal Bank

Der Wiesbadener Gewerbeimmobilienfinanzierer hat im zweiten Quartal mehr verdient und zugleich die Risikovorsorge erhöht. Man wisse nicht genau, was in der zweiten Jahreshälfte komme, sei aber „bestmöglich vorbereitet“, heißt es.

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          Der Wiesbadener Gewerbeimmobilienfinanzierer Aareal hat im zurückliegenden zweiten Quartal der sich eintrübenden wirtschaftlichen Lage getrotzt und blickt mit – vorsichtigem – Optimismus auf die zweite Jahreshälfte. „Wir sind auf Kurs, unsere Jahresziele zu erreichen“, sagte Vorstandsvorsitzender Jochen Klösges in einer Telefonkonferenz zur Vorstellung des Zweitquartalsergebnisses. Zwischen April und Juni wuchs die Aareal Bank in allen Geschäftsfeldern. So stieg das Konzernbetriebsergebnis zwischen April und Juni um rund 50 Prozent zum Vorjahr und erreichte 61 Millionen Euro.

          Archibald Preuschat
          Redakteur in der Wirtschaft

          Getragen wurde das Wachstum durch ein Plus beim Zinsüberschuss von 20 Prozent auf 171 Millionen Euro sowie einen um 15 Prozent höheren Provisionsüberschuss von 68 Millionen Euro. Auch die Softwaretochtergesellschaft Aareon steigerte ihre Umsatzerlöse um 11 Prozent auf 75 Millionen Euro. Den Aareal-Aktionären bleibt ein Quartalsgewinn von 39 Millionen Euro nach 11 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

          Den Optimismus für das Erreichen des Jahresziels versah Klösges aber mehrfach mit einem Warnhinweis. „Die möglichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine – sowohl in Bezug auf das begrenzte Exposure der Bank in Russland als auch auf die wirtschaftlichen Folgen der verhängten Sanktionen und der eskalierten geopolitischen Spannungen – lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch weiterhin nur sehr schwer abschätzen.“ Zugleich fügte der Chef des Immobilienfinanzierers hinzu, dass man „bestmöglichst vorbereitet“ sei.

          AAREAL BANK

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          Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in der Risikovorsorge. Für diesen Posten buchte das Institut aus Wiesbaden 58 Millionen Euro, mehr als die 33 Millionen Euro im Vorjahresquartal. „Die adversen Szenarien haben wir im zweiten Quartal in unseren Parametern deutlich höher gewichtet“, sagte Klösges. Auf der anderen Seite: Im zweiten Quartal sei kein weiterer notleidender Kredit hinzu gekommen, wie Finanzvorstand Marc Heß sagte. Überhaupt habe sich die Situation entspannt, insbesondere auch im Bereich der Hotelimmobilien, die negativen Effekte der Corona-Pandemie flauten ab.

          Aber auch das Russland-Engagement der Aareal Bank forderte seinen Tribut. In Moskau hat das Institut zwei Gewerbeimmobilien finanziert. Für einen möglichen Totalausfall hat die Aareal Bank im zweiten Quartal weitere 23 Millionen Euro zurückgelegt, zusätzlich zu den 60 Millionen Euro im ersten Quartal „40 Prozent des Kredits sind damit wertberichtigt“, sagte Heß: „Die Situation ist komplex, die Gebäude sind gut vermietet, der Kunde ist kooperativ“, schildert Klösges. Aber die von Russland verhängten Sanktionen und nicht etwa die der EU gegen Russland verhindern, dass der Schuldendienst geleistet werden kann. „Im Vergleich zu anderen Banken müssen wir uns mit unser Risikovorsorge aber nicht verstecken“, betonte Klösges.

          Die Aktie der Aareal Bank verlor in diesem Umfeld am Mittwoch zeitweise mehr als ein Prozent im Kurs auf rund 31 Euro. Der S-Dax der deutschen Aktiengesellschaften mit geringer Marktkapitalisierung selbst, in dem dieses Papier enthalten ist, zeigte sich dagegen kaum verändert.

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