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Deutsche Bank will zahlen : 100 Millionen Euro wegen Korruptionsvorwürfen

Türme der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: Reuters

Die Deutsche Bank kooperiert mit amerikanischen Behörden. Sie übernimmt nach eigenen Angaben die Verantwortung für Vorgänge zwischen 2008 und 2017.

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          Die Deutsche Bank ist einem Bericht der „New York Times“ zufolge in den Vereinigten Staaten zur Zahlung von mehr als 100 Millionen Dollar zur Beilegung von Korruptionsvorwürfen bereit. Die Zeitung berichtete, amerikanische Ermittler würfen der Bank vor, bei der Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen unter anderem mit China gegen Gesetze gegen Bestechung verstoßen zu haben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auf Anfrage teilte die Deutsche Bank am Freitagabend mit, man könne sich zu Details der Vergleiche nicht äußern, übernehme aber die Verantwortung für diese Vorgänge, die sich zwischen 2008 und 2017 ereignet hätten. Man habe diese „gründlich untersucht“ und „uneingeschränkt“ mit Ministerium und Aufsicht zusammengearbeitet. „Das zeigt unseren Willen zur Transparenz und unsere Entschlossenheit, diese Themen abschließend hinter uns zu lassen“, sagte ein Sprecher.

           „Wie in den Vergleichen anerkannt, haben wir auf diese Vorgänge mit erheblichen Verbesserungsmaßnahmen reagiert“, sagte der Banksprecher weiter. „In den Jahren seit sich diese Vorgänge ereignet haben,  haben wir zudem generell mehr als eine Milliarde Euro in Datenverarbeitung, Technologie und Kontrollen investiert sowie unsere Schulungen und operativen Prozesse verbessert. Wir haben unser Team zur Bekämpfung von Finanzkriminalität auf mehr als 1600 Mitarbeiter weltweit aufgestockt und werden auch 2021 und darüber hinaus erheblich in Technologie investieren, insbesondere im Kampf gegen Finanzkriminalität.“

          Bei den Anschuldigungen der amerikanischen Behörden geht es um Verstöße gegen das Anti-Korruptionsgesetz „Foreign Corrupt Practices Act“, mit dem die Vereinigten Staaten Bestechungsvorwürfe auch jenseits ihrer eigenen Landesgrenzen verfolgen können. Konkret wird in den Gerichtsakten zu den Vergleichen etwa ein Schmiergeld-Deal im Jahr 2010 genannt, bei dem über Vermittler geschäftliche Vorteile in Abu Dhabi erlangt werden sollten. Bei der Deutschen Bank sei das Vorhaben intern „Project X“ genannt worden.

          Der zweite Teil des Vergleichs betrifft Preismanipulationen einiger Deutsche-Bank-Finanzprofis im Handel mit Edelmetallkontrakten. Dabei soll unter anderem eine häufig als „Spoofing“ bezeichnete Praxis zum Einsatz gekommen sein, bei der Kaufaufträge am Markt nur vorgetäuscht werden, um Kurse zu manipulieren.

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