https://www.faz.net/-gv6-70egq

Finanzmarkt-EM 2012 : England wird Europameister

Schweden-England: Das Finale der Finanzmarkt-EM erscheint im Fußball weniger wahrscheinlich Bild: dpa

Ab Freitag werden die 16 besten Fußballmannschaften Europas um den Meistertitel kämpfen. Vergleicht man die Finanzmärkte, so hat England vor Schweden die besten Karten.

          Am Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Wie immer wimmelt es von allen möglichen Prognosen, wer schließlich den Titel holen wird. Eine wissenschaftliche Simulation der International School of Management (ISM) und der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) sieht Deutschland als Sieger gegen Spanien, beim Spiele-Entwickler Electronic Arts heißt der Finalgegner Niederlande.

          Finanzmarkt-EM Gruppenphase
          Gruppe A Gruppe B
          Polen-Griechenland 6:0 Niederlande - Dänemark 3:2
          Russland - Tschechien 2:4 Deutschland - Portugal 5:1
          Griechenland - Tschechien 0:6 Dänemark - Portugal 5:1
          Polen - Russland 3:3 Niederlande - Deutschland 3:2
          Griechenland - Russland 0:6 Portugal - Niederlande 1:5
          Tschechien - Polen 3:3 Dänemark - Deutschland 2:3
          Tabelle Tabelle
          1. Tschechien 13:5 7 1. Niederlande 11:5 9
          2. Polen 12:6 5 2. Deutschland 10:6 6
          3. Russland 11:7 4 3. Dänemark 9:7 3
          4. Griechenland 0:18 0 4. Portugal 3:15 0
          Quelle: FAZ.NET
          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          BvB-Fan und Fußballprognostiker Harry Ardelt (fussballvorhersage.de) hat auf Basis von Team-Rankings und der Quoten am Sportwettenmarkt Spanien als Sieger gegen Deutschland ermittelt. Dagegen kommt die Immobiliengesellschaft IVG auf Basis der Makrotrends zu dem Schluss das Deutschland sich gegen Kroatien im Finale durchsetzen wird.

          Finanzmarkt-EM Gruppenphase
          Gruppe C Gruppe D
          Spanien - Italien 4:2 [1] Frankreich - England 2:4
          Irland - Kroatien 2:4 Ukraine - Schweden 0:6
          Italien - Kroatien 4:2 Ukraine - Frankreich 0:6
          Spanien - Irland 5:1 Schweden - England 2:3
          Kroatien - Spanien 2:4 Schweden - Frankreich 4:2
          Italien - Irland 4:2 England - Ukraine 6:0
          Tabelle Tabelle
          1. Spanien 13:5 9 1. England 13:4 9
          2. Italien 10:8 6 2. Schweden 12:5 6
          3. Kroatien 8:10 3 3. Frankreich 10:8 3
          4. Irland 5:13 0 4. Ukraine 0:18 0
          Quelle: FAZ.NET; [1] Bessere Fitch-Note führt zum zweiten Treffer für Italien

          Geht es nach der Entwicklung der Aktien- und Anleihenmärkte seit dem EM-Finale vor vier Jahren in Wien, kommt es ganz anders. Nachdem Deutschland dem „Mutterland des Fußballs“ vor 16 Jahren im eigenen Land den Triumph verdarb, darf England nach 46 Jahren wieder einen Titel feiern und wird Europameister. Endspielgegner ist eine Mannschaft, die wohl fussballerisch weniger zu den Favoriten zählt: In einer Neuauflage des Gruppenspiels setzt sich die Truppe um Wayne Rooney gegen Schweden mit 3:2 durch.

          Finanzmarkt-EM - Die Kader
          Aktienmarkt Anleihenmarkt
          KGV [1] Dividendenrendite [1] Ertrag Rating CDS-Kosten Ertrag [2]
          Dänemark 22,0 1,76% 8,3% AAA 155,7 -3,873
          Deutschland 14,4 3,80% -22,9% AAA 126,0 -3,384
          England 10,4 4,27% 13,0% AAA 95,6 -3,605
          Frankreich 10,0 4,58% -19,6% AAA/AA+ 231,6 -2,452
          Griechenland - 3,14% -83,6% CCC 6824,7 25,290
          Irland 14,5 1,73% -35,6% Ba1/BBB+ 630,9 1,970
          Italien - 4,45% -48,9% A3/BBB+ 500,2 0,482
          Kroatien 9,1 4,40% -48,4% BBB- 553,8 -1,120
          Niederlande 10,5 4,10% -20,5% AAA 151,0 -3,169
          Polen 7,0 5,27% -8,2% A2/A- 311,8 -1,265
          Portugal 115,5 12,81% -39,5% Ba3/BB 840,3 6,785
          Russland 4,3 3,86% -26,0% Baa1/BBB 297,1 -1,282
          Schweden 12,7 4,25% 31,9% AAA 85,4 -3,388
          Spanien 10,8 6,31% -38,1% A3/BBB+ 522,1 1,408
          Tschechien 28,2 5,14% -29,1% A1/AA- 153,6 -2,003
          Ukraine 27,1 - -44,2% B2/B+ 845,8 1,888
          Quelle: Bloomberg; [1] Schätzungen für 2012; [2] Renditeentwicklung 10jähriger Staatsanleihen in Prozentpunkten seit dem 29.6.2012 (Ukraine und Kroatien kürzer laufend wegen fehlendem Vergleichsindex)

          Das ist das Fazit, wenn man die Aktien- und Anleihenmärkte der teilnehmenden Nationen wie schon vor zwei Jahren bei der WM gegeneinander antreten lässt. Konkret angelegt hat FAZ.NET für den Aktienmarkt die Bewertung mit dem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis, die Dividendenrendite und den Gesamtertrag seit dem Finale 2008.

          Bilderstrecke

          Auf der Anleihenseite ist es das Rating der Staatsanleihen, die Kosten der Kreditversicherungen und die Renditeentwicklung der zehnjährigen Staatsanleihen seit dem Finale 2008. Kommt es zu einer Verlängerung zählt die Wertentwicklung der Währung im direkten Vergleich.

          Finanzmarkt-EM K.O. Runde
          Viertelfinale Halbfinale
          Tschechien - Deutschland 1:5 Deutschland - Schweden 0:5
          Niederlande - Polen 4:3 n.V. Niederlande - England 0:5
          Spanien - Schweden 2:4
          England - Italien 5:1 Finale
          Kroatien - Spanien 2:4 Schweden - England 2:3
          Italien - Irland 4:2
          Quelle: FAZ.NET

          Das ist zwar ein wenig schwierig, da jedes zweite Land mit dem Euro dieselbe Währung hat, aber es kommt nicht dazu. Doch nur ein einziges Spiel endet nach Verlängerung. Mit einem 4:3 und einem blauen Auge setzen sich die Niederlande gegen Gastgeber Polen im Viertelfinale durch. Oranje kann dabei dank des Runs auf Euro-Anleihen aus Kerneuropa das Spiel noch drehen, denn auf dem Aktienmarkt gerät Holland hoffnungslos ins Hintertreffen: Teurer, dividendenschwächer und dabei deutlich schlechter gelaufen ist der AEX gegenüber dem WIG20-Index.

          Insgesamt zeigt sich aufgrund der Euro-Krise eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, die wohl bei den tatsächlichen Spielen in dieser Art und Weise weniger zu erwarten sein wird. Griechenland, die Ukraine, Portugal und Irland werden völlig chancenlos deklassiert. Portugiesen und Iren können wenigstens noch ein paar Tore erzielen. Ersteren helfen gute Prognosen für die Dividendenrendite, Irland kann in seiner Gruppe die am wenigsten schwache Entwicklung des Aktienmarktes aufweisen.

          Spanien und Italien kommt die Auslosung zugute. In der „Eurokrisengruppe“ können sie sich gegen Irland und Kroatien einigermaßen überzeugend durchsetzen. Dafür langt auch das abgesunkene Bonitätsrating von A3 bzw. BBB+ und auch dem Markt der Kreditabsicherungen gelten die Anleihen der beiden Länder noch als sicherer. Den Iren wird zudem zur Verhängnis, dass der heimische Aktienmarkt vergleichsweise teuer ist. Im Viertelfinale aber ist Schluss: Spanien zieht gegen Schweden den Kürzeren, Italien wird von England vom Platz gefegt.

          Deutschland verliert gegen Holland

          Überhaupt sind die Verhältnisse in den Gruppen recht klar. Dänemark muss in der „Kerneuropa-Gruppe“ seinem teuren Aktienmarkt Tribut zollen. Deutschland wird allerdings nur Gruppenzweiter und das ausgerechnet wegen einer knappen Niederlage gegen Holland! Dafür gibt es dann einen triumphalen 5:1-Sieg im Viertelfinale gegen Tschechien.

          Ein bisschen spannender verläuft die „Osteuropa-Gruppe“ sieht man von Griechenland ab. Polen setzt sich am Ende mit zwei Unentschieden gegen Russland durch, das das entscheidende Spiel gegen Tschechien auf dem Anleihenmarkt versemmelt und weil tschechische Unternehmen unter dem Strich höhere Dividenden ausschütten.

          Aus deutscher Sicht könnte man ja mit dem Turnierverlauf noch einigermaßen zufrieden sein, wenn da nicht das Halbfinale wäre, in dem es gegen Schweden ein Desaster gibt. Nicht ein Tor gelingt – einziger Trost ist, dass die Holländer gegen England ebenso untergehen.

          Indes täuscht so manches Ergebnis eine Klarheit vor, die es bisweilen so nicht gibt. Das fünfte Tor spitzeln die Schweden gegen Deutschland gerade so rein: die Renditeeinengung der schwedischen Staatsanleihe ist um 0,4 Basispunkte größer als die der deutschen. Aber so ist das im Fußball. Auch da spielen ja der Zufall und die Tagesform eine große Rolle. Bleibt also zu hoffen, dass der Jogis Jungs in den kommenden Tagen ein bisschen mehr hilft.

          Weitere Themen

          Ölpreise steigen um bis zu 20 Prozent

          Angriff auf Saudi-Arabien : Ölpreise steigen um bis zu 20 Prozent

          Die Drohnenattacken auf das Zentrum der saudischen Ölindustrie haben auch an der Börse spürbare Folgen. Die beiden wichtigsten Ölsorten der Welt kosten nun etwa zehn Prozent mehr als vor dem Angriff – laut einem Analysten wurden 5 Prozent der Weltproduktion vernichtet.

          Topmeldungen

          Nach Interviewabbruch : Es bleiben viele Fragen an Höcke

          Die Aufregung über den Interview-Abbruch und die Drohungen von Björn Höcke verstellt den Blick auf die eigentliche Frage: Wes Geistes Kind ist der AfD-Politiker?

          Nicht die Jungen überzeugen : Der FC Bayern und seine alte Achse

          Löw hat’s gesehen: Die Münchener spielen gegen Leipzig zumindest eine herausragende erste Halbzeit. Das liegt vor allem an den Routiniers. Neuer, Boateng, Müller und Lewandowski halten die Zeit an.
          Der Hausarzt: Klaus Reinhardt in seiner Bielefelder Praxis

          Neuer Ärztepräsident : Der doppelte Reinhardt

          Der Mann ist Hausarzt mit Leidenschaft. Aber Klaus Reinhardt ist immer nur montags in seiner Bielefelder Praxis. Sonst macht er Politik in Berlin – als Präsident der Bundesärztekammer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.