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Finanzmarkt : Dax erholt sich von Anfangsverlusten

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Der deutsche Aktienmarkt erholt sich am Donnerstagmorgen von anfänglichen Kursverlusten. Nachdem viele Quartalsberichte negativ klangen, suchen die Anleger sich die positiven Aspekte heraus.

          Der Verkaufsdruck der vergangenen Tage am deutschen Aktienmarkt hat am Donnerstagvormittag nachgelassen. Der Dax startete mit einem Abschlag von 34 Punkten, hat sich aber anschließend wieder erholt und notiert derzeit unverändert. Der MDax legt um 0,1 Prozent auf 6711 Punkte zu, der TecDax gibt 0,2 Prozent auf 715 Stellen nach.

          Im Verlauf des Handels dürfte sich das Interesse immer mehr auf Wachstumszahlen aus den Vereinigten Staaten richten. Das Bruttoinlandprodukt dürfte im dritten Quartal auf Jahressicht um 3,2 Prozent gestiegen sein.

          Am Morgen ist die erste große Welle von Quartalsberichten angekommen. Negativ werden die endgültigen Zahlen der Deutschen Bank und von BASF aufgenommen. Deutsche Bank büßen 0,8 Prozent auf 48,50 Euro ein. Deutschlands größte Bank hat zwar einen Milliardengewinn eingefahren, jedoch keinen genaueren Ausblick gewagt.

          BASF verlieren 2 Prozent auf 36,28 Euro. Die Ludwigshafener haben Kosten für die Integration der hinzugekauften Ciba zeitlich vorgezogen. Dies belastet laut einem Analysten das Ergebnis und macht eine Dividende für 2009 auf dem Niveau des Vorjahres unwahrscheinlich.

          MAN steigen um 1 Prozent auf 55,19 Euro. Der Umsatz und auch der Auftragseingang des Lkw- und Anlagenbauers haben im dritten Quartal die Konsensschätzungen von Analysten übertroffen. Im MDax verlieren dagegen mit den Aktien von GEA (-2 Prozent) und Krones (-1,5 Prozent) zwei weitere Anlagenhersteller nach Quartalszahlen an Boden.

          Positiver werden die Quartalszahlen der Lufthansa und vor allem von Henkel aufgenommen. Henkel ziehen um 4,6 Prozent auf 32 Euro an. „Die Kosmetiksparte von Henkel hat ein gutes organisches Wachstum verzeichnet“, kommentiert Edouard Aubery von Equinet. UBS hat das Kursziel für die Aktie auf 34 von zuvor 32 Euro erhöht.

          Lufthansa steigen um 1,3 Prozent auf 10,50 Euro. Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines hat im dritten Quartal einen Gewinn von 24 Millionen Euro ausgewiesen. Einige Analysten hatten hier mit einem Verlust gerechnet.

          VW steigen um 1,7 Prozent auf 112 Euro. In den ersten neun Monaten hat der Bestand an Barmitteln (Cash Flow) mit 9,384 Milliarden Euro den Vorjahreswert von 7,709 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Finanzierungskosten und ein ungünstiger Modellmix dürften sich laut VW aber negativ auf den Gewinn auswirken.

          Im MDax geben Rhön-Klinikum nach Quartalszahlen um 2 Prozent auf 16,27 Euro nach. Vossloh erholen sich mit einem Aufschlag von 1 Prozent auf 64,13 EUR ein wenig vom Vortageseinbruch nach schwachen Quartalszahlen. Continental ziehen um 3,8 Prozent auf 36,30 Euro an. Dank gesenkter Kosten hat der operative Gewinn die Erwartungen übertroffen.

          Aixtron handeln 1,4 Prozent höher bei 18,40 Euro. Der LED-Ausrüster hat nach einem besser als vom Markt erwarteten Verlauf des dritten Quartals den Ausblick für 2009 erneut erhöht. Daneben kündigte Aixtron eine Kapitalerhöhung an, welche laut Händlern auf eine
          gute Aufnahme trifft.

          Skepsis unter Investoren gegenüber den Ausgaben von Unternehmen für Informationstechnologie belastet die Aktien des schwäbischen Computerhändlers Bechtle, sie fallen um 5,9 Prozent auf 15,29 Euro zurück.

          Rentenmarkt tendiert wenig verändert

          Kaum verändert tendieren die Renten-Futures am Donnerstag. Der Dezember-Kontrakt auf den Bund steigt um 1 Basispunkt auf 121,74 Prozent, der Bobl-Future gewinnt 4 Basispunkte auf 115,64 Prozent.

          „Die ganze Aufmerksamkeit richtet sich heute auf die erste Schätzung des amerikanischen BIPs im dritten Quartal“, so Viola Stork von der Helaba. Nachdem die amerikanischen Wirtschaft in fünf der vergangenen sechs Quartale geschrumpft sei, rechnen Volkswirte im Konsens mit einem Anstieg von 3,2 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal. „Per saldo sehen wir gute Chancen, dass der vom Konsens geschätzte (...) Zuwachs von 3,2 Prozent übertroffen wird“, meint Stork.

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