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Finanzmarkt : An den Märkten herrscht Feiertagsruhe

Bild: F.A.Z.

Die meisten Großanleger haben ihre Bücher für das Jahr 2011 geschlossen. Für deutsche Anleihen war 2011 ein besseres Jahr als für Aktien.

          An den Finanzmärkten ist die Feiertagsruhe eingekehrt. Die meisten Großanleger haben ihre Bücher für das Jahr 2011 geschlossen. Für viele Anleger, darunter auch für viele Hedgefonds, war es ein schlechtes Jahr, geprägt durch die Staatsschuldenkrise in der Europäischen Währungsunion, große Kursausschläge und einen im Laufe des Jahres zunehmenden Konjunkturpessimismus. Auch Profis tun sich in einem solchen Umfeld schwer. Obgleich die deutsche Wirtschaft gut gelaufen ist und viele heimische Unternehmen nach wie vor zuversichtlich in die Zukunft schauen, sind die Aktienkurse im Durchschnitt gefallen. Der 100 Werte umfassende F.A.Z-Aktienindex ist im Jahresverlauf um knapp 18 Prozent gefallen. Andererseits ließen sich mit Bundesanleihen, die trotz der schon sehr niedrigen Renditen meist Kursgewinne verzeichneten, ein paar Prozent verdienen. Ähnlich sieht es am amerikanischen Aktienmarkt aus, auch wenn die amerikanische Wirtschaft nach wie vor nicht rund läuft. Deren Entwicklung im Wahljahr 2012 wird von Bedeutung für die gesamte Weltwirtschaft sein. Bislang ist eine deutliche Beschleunigung des Wachstums nicht erkennbar, und die im Wochenrhythmus veröffentlichten Konjunkturindikatoren sprechen keine klare Sprache.

          In diesem Umfeld kann es nicht erstaunen, dass am deutschen Aktienmarkt nur 14 Börsengänge zu beobachten waren, von denen die meisten nur geringe Emissionsvolumen aufwiesen. Nach einer Analyse von Blättchen und Partner betrug das gesamte Emissionsvolumen nur 1,6 Milliarden Euro im Vergleich zu 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Der einzige Börsengang von einiger Bedeutung betraf das Immobilienunternehmen GSW; dagegen wurden mehrere Börsengänge namhafter Unternehmen wie Evonik und Osram wegen der schlechten Marktlage verschoben. Von den 14 Neuzugängen verzeichneten nur der Fahrradhersteller Derby Cycle und GSW Immobilien eine positive Kursentwicklung. Wer die Aktien von RIB Software und Adler Modemärkte zeichnete, hat seitdem mehr als die Hälfte seines Kapitals verloren. Generell gilt weiterhin, dass Börsengänge, die als Ergebnis von Unternehmensverkäufen durch Private-Equity-Unternehmen getrieben werden, im Schnitt besser abschneiden als andere Börsengänge. Wahr ist auch, dass die Musik mittlerweile in Asien spielt, wo auch europäische Unternehmen eine Börsenpräsenz anstreben in der Hoffnung, dass sich asiatisches Geld für Aktien leichter mobilisieren lässt als europäisches. Wird das kommende Jahr mehr und vor allem auch größere Börsengänge in Deutschland bescheren? Der Standardspruch der Investmentbanker lautet: "Die Pipeline ist gut gefüllt." Doch was aus der Pipeline herauskommen wird, wissen auch sie nicht.

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