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Dax steigt : Finanzmärkte beruhigen sich nach Gamestop-Turbulenzen

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Börsenhändler in Frankfurt Bild: dpa

Im spektakulären Kräftemessen zwischen Privatanlegern und Profi-Spekulanten stellt sich eine Feuerpause ein. Die Gamestop-Aktie und der Silberpreis geben Gewinne ab, stattdessen schauen Anleger auf die Geschäftszahlen von zwei Tech-Giganten.

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          Die jüngsten Kursgewinne der Wall Street am Vortag geben dem Dax Rückenwind. Der deutsche Aktienindex stieg zur Eröffnung am Dienstag um 0,7 Prozent auf 13.715 Punkte.

          Nach den immensen Kursanstiegen in der vergangenen Woche befindet sich der Kurs der hochspekulativen Gamestop-Aktie auf Talfahrt. Die in Frankfurt notierten Aktien der internationalen Ladenkette für Computerspiele fielen im deutschen Frühhandel um 32 Prozent. An der Wall Street waren sie am Montag ebenfalls um mehr als 30 Prozent eingebrochen, nachdem sie in den Wochen zuvor zeitweise mehr als 2000 Prozent zugelegt hatten.

          Nachdem sich das Gamestop-Phänomen zum Wochenstart auch auf das Edelmetall Silber übertragen hatte, nutzen Silber-Anleger den jüngsten Kurssprung nun für Gewinnmitnahmen. Das Edelmetall verbilligt sich am Dienstag um 3,6 Prozent auf 27,94 Dollar je Unze, nachdem es am Montag auf ein Acht-Jahres-Hoch von 30,03 Dollar gestiegen war. Grund für die Verkäufe seien erhöhte Anforderungen an Sicherheitsleistungen bei Termingeschäften durch die amerikanische Edelmetallbörse CME, sagt Analyst Kyle Rodda vom Brokerhaus IG. Damit würden spekulative Geschäfte unattraktiver.

          Amazon und Alphabet auf der Agenda

          An den Aktienmärkten scheint nun Normalität zurückzukehren: „Wieder einmal sind es die Technologieaktien in den USA, die für eine positive Tendenz sorgen“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. „Die Investoren hoffen auf starke Zahlen der beiden Tech-Giganten Amazon und Alphabet, die heute Abend ihre jüngsten Zahlen präsentieren werden.“ Außerdem schienen die Verhandlungen über zusätzliche staatliche Konjunkturhilfen zur Abfederung der Coronavirus-Folgen voranzukommen, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „US-Präsident Joe Biden gibt bei seinem ersten großen Projekt direkt Vollgas und das kommt an den Börsen gut an.“

          Im Dax brachen die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) allerdings um mehr als zwölf Prozent ein. Das ist der höchste Kursrutsch seit etwa zweieinhalb Jahren. Der Dialyse-Spezialist hatte für 2021 vor einem Gewinneinbruch gewarnt. Im Sog von FMC rutschten die Titel der Mutter Fresenius um 6,5 Prozent

          FMC

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          Asiens wichtigste Börsen haben am Dienstag an ihren positiven Wochenauftakt angeknüpft. Jüngste Kursturbulenzen, ausgelöst vom Kräftemessen zwischen professionellen Leerverkäufern und Privatanlegern, ließen nach. Das Edel- und Industriemetall Silber war nach dem Hype um Gamestop zuletzt zum neuen Spekulationsobjekt geworden. Nun gaben die Notierungen nach.

          Technologiewerte waren in Asien vor den am Dienstag anstehenden Zahlen weiterer amerikanischer Schwergewichte wie Amazon und Alphabet gefragt.

          Im Ringen um ein weiteres Konjunkturpaket in den Vereinigten Staaten hieß es zudem am Montagabend, ein Treffen zwischen dem neuen demokratischen Präsidenten Joe Biden und republikanischen Senatoren sei „sehr produktiv“ verlaufen, aber ohne Durchbruch geblieben. Laut einer Senatorin sind sich beide Seiten einig, weiter im Gespräch zu bleiben.

          Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte um 0,9 Prozent auf 28.362 Punkte zu. In China gewann der CSI-300-Index mit den größten Unternehmen an den Börsen der Volksrepublik weitere eineinhalb Prozent auf 5501 Punkte. Der Hang Seng stand zuletzt 1,2 Prozent höher auf 29.242 Punkten.

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