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Danske-Skandal : Fed untersucht Rolle der Deutschen Bank

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Das Büro der Deutschen Bank auf der Wall Street in New York. Bild: EPA

Auch wenn die Deutsche Bank schon 2015 die Geschäftsbeziehungen zu der unter Geldwäscheverdacht stehenden Danske Bank beendete, die amerikanische Zentralbank prüft das jetzt genauer.

          Die amerikanische Notenbank nimmt nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die Deutsche Bank wegen ihrer Rolle im Geldwäsche-Skandal um die Danske Bank ins Visier. Die Federal Reserve prüfe, ob die amerikanische Niederlassung der größten deutschen Bank bei ihr durchgeleitete Vermögen der im Zentrum der Ermittlung stehenden estländischen Danske-Sparte richtig kontrolliert habe, berichtet Bloomberg.

          Die Untersuchung sei noch in einem frühen Stadium. Eine Sprecherin der Deutschen Bank wollte die Informationen dem Bericht zufolge nicht kommentieren - auch von der Fed habe es keinen Kommentar gegeben.

          Argwohn zu spät?

          In der estnischen Filiale der Danske-Bank sollen 200 Milliarden Euro gewaschen worden sein. Das größte deutsche Geldinstitut unterstützte diese bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Weil der Deutschen Bank Transaktionen wiederholt verdächtig vorkamen, beendete sie 2015 die Geschäftsbeziehung mit der estnischen Danske-Filiale.

          Das wirft Fragen auf: Kam der Schritt zu spät? Hätte den Deutsche-Bank-Mitarbeitern früher etwas auffallen müssen? Waren die internen Kontrollen ausreichend? Deutsche-Bank-Vize Karl von Rohr hatte der "F.A.Z." dazu im Dezember gesagt: "Eine Korrespondenzbank hat die Pflicht, die Transaktionen hinsichtlich Sanktionen und Verdachtsmomenten für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu prüfen. Dafür stehen uns aber nur sehr begrenzt Informationen zur Verfügung".

          Die Hauptverantwortung trage die Hausbank. "Die Danske Bank hat die Pflicht, ihre Kunden zu kennen, denn sie pflegt den direkten Kontakt. Dänemark ist in der EU, Estland ist ein Euroland; da müssen wir davon ausgehen können, dass die Bank nach vernünftigen Standards geführt wird und den regulatorischen Anforderungen entspricht", sagte von Rohr. Ende des vergangenen Jahres hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass die Deutsche Bank tiefer in den Skandal verwickelt sein könnte als gedacht.

          Ohne Fortune

          Für die Deutsche Bank kamen die Berichte über die möglicherweise tiefere Verwicklung in den Danske-Skandal zur denkbar ungünstigen Zeit, da Ende November Ermittler in einem anderen Fall in einer aufsehenerregenden Razzia die Deutsche-Bank-Zentrale durchsucht hatten. Mitarbeiter sollen Kunden dabei geholfen haben, Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen zu gründen und auf diesem Weg Gelder aus Straftaten zu waschen, so der Verdacht der Fahnder.

          Vorstandschef Christian Sewing hatte vergangene Woche beim Neujahrsempfang der Bank in Berlin gesagt: "In beiden Fällen hatten wir die Vorgänge aufgearbeitet, lange bevor sie an die Öffentlichkeit kamen". Im Fall der Danske Bank habe man eine weitere interne Untersuchung auf den Weg gebracht. An der Börse sorgten die Berichte und die Razzia für massive Kursverluste - das Vertrauen der Investoren, dass die Bank ihre Probleme in den Griff bekommt, schwand zunehmend. Der Aktienkurs fiel Ende des vergangenen Jahres auf das Rekordtief von 6,678 Euro.

          DT. BANK

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          Inzwischen hat sich das Papier wieder etwas erholt, kostet aber mit 7,86 Euro immer noch rund ein Drittel weniger als zum Amtsantritt Sewings im vergangenen Jahr. Sewing hatte im April den glücklosen John Cryan an der Spitze der Bank abgelöst und gilt als letzte Hoffnung für Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Dieser hat in seinen jetzt knapp sechs Jahren an der Spitze des Aufsichtsgremiums bereits zweimal die Konzernleitung ausgetauscht. Ihm gelang es bisher nicht, die Bank zu stabilisieren. Seit seiner Amtseinführung sank der Aktienkurs um rund zwei Drittel - noch deutlicher kann ein Misstrauensvotum der Investoren kaum aussehen.

          Mit einem Börsenwert von rund 16 Milliarden Euro spielt die Deutsche Bank am Kapitalmarkt selbst in Europa nur noch in der zweiten Liga - von den großen amerikanischen Häusern wie JP Morgan oder Bank of America ganz zu schweigen. Immerhin soll es im vergangenen Jahr den ersten Gewinn seit 2014 gegeben haben. Sewing hatte erst vor kurzem beteuert, dass die Bank ungeachtet der laufenden Ermittlungen "auf dem besten Weg zum ersten Jahresgewinn seit 2014" ist. Dazu beigetragen habe, dass man die Kosten und Rechtsrisiken reduziert habe.

          "Wir sind sehr gut kapitalisiert, verfügen über hohe Liquiditätsreserven, und unsere Markt- und Kreditrisiken sind so gering wie selten zuvor", sagte Sewing. Konkrete Zahlen nannte er nicht, die Bank stellt die Jahresbilanz am 1. Februar vor. Viel erwarten die Experten dabei aber aktuell nicht. Die von dem Institut selbst erfassten Analysten rechnen aktuell mit einem Gewinn von knapp 400 Millionen Euro - und damit nicht einmal mit einem Zehntel dessen, was zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS verdiente. JP Morgan brauchte 2018 gar nur rund fünf Tage, um auf diesen Gewinn zu kommen.

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