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Corona-Stresstest bestanden : Fed erlaubt Amerikas Banken wieder Aktienrückkäufe

  • Aktualisiert am

Der Hauptsitz der Federal Reserve in Washington Bild: Brendan McDermid/Reuters

Ein „Quell der Stärke“ seien die Banken in der aktuellen Krise gewesen, lautet das Urteil der amerikanischen Notenbank. Nun dürfen sie mit Aktienrückkäufen wieder die eigenen Kurse treiben – unter bestimmten Bedingungen.

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          Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat die größten Banken im Land nach einem Corona-Stresstest als krisenfest eingestuft und bestimmte Auflagen zur Schonung der Kapitalausstattung gelockert. Aktienrückkäufe sind im ersten Quartal wieder erlaubt, teilte die Fed am Freitag nach Börsenschluss mit. Allerdings gilt dies nur unter strengen Auflagen, wie dass den Ausschüttungen entsprechende Gewinne gegenüberstehen.

          Für Dividenden gelten indes weiterhin strenge Bedingungen. Erhöhungen über das Niveau vom zweiten Quartal dieses Jahres hinaus bleiben für Großbanken tabu.

          Der für Bankenaufsicht zuständige Fed-Vize Randal Quarles stellte den 33 größten Finanzinstituten ein gutes Zeugnis aus. Das Bankensystem sei in diesem Jahr „ein Quell der Stärke“ gewesen und die Belastungsproben der Notenbank hätten bestätigt, dass die Geldhäuser auch in einem schlimmen Krisenszenario weiter in der Lage wären, die Kreditvergabe an Haushalte und Unternehmen aufrechtzuerhalten.

          100 Milliarden Dollar Reserven

          Die Fed hatte den Finanzkonzernen im Juni weitreichende Restriktionen auferlegt, damit diese ihre Geldreserven in der Corona-Krise zusammenhalten. Dank dieser Vorschriften sei es den Banken gelungen, rund 100 Milliarden Dollar an Kapitalpuffern zur Seite zu legen, teilte die Fed nun mit.

          Amerikas größte Bank JPMorgan Chase kündigte umgehend nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Bankenstresstests milliardenschwere Aktienrückkäufe an. Der Finanzkonzern legt ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 30 Milliarden Dollar (24,5 Mrd Euro) auf, das bereits im ersten Quartal beginnen soll. Auch die Investmentbank Goldman Sachs ließ sich nicht lange bitten und kündigte kurz nach der Mitteilung der Fed eine Fortsetzung ihrer Aktienrückkäufe im ersten Quartal an.

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