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Zertifikate und Optionsscheine : Mehr Wettbewerb im Derivatehandel

  • Aktualisiert am

Die Euwax bekommt stärkere Konkurrenz Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Die Deutsche Börse und die Schweizer SWX gründen eine gemeinsame Zertifikatebörse: „Alex“ soll „Europas führende Börse in diesem Marktsegment“ werden, lautet das ambitionierte Ziel. Privatanlegern wird der verschärfte Wettbewerb wohl wenig bringen.

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          Die Deutsche Börse und die Schweizer SWX heizen mit einer gemeinsamen Börse für verbriefte Derivate den Wettbewerb in diesem florierenden Marktsegment an. Anfang kommenden Jahres solle der Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen in einer Tochtergesellschaft mit dem Namen „Alex“ zusammengeführt werden, präzisierte die Deutsche Börse ihre schon im Mai angekündigten Pläne.

          Alex solle „Europas führende Börse in diesem Marktsegment“ werden, gibt der Konzern sein ambitioniertes Ziel aus. Durch das Bündnis versucht die Deutsche Börse ein weiteres Mal, die im Handel mit diesen hauptsächlich von Privatanlegern nachgefragten Produkten deutschlandweit führende Stuttgarter Börse anzugreifen.

          Privatanlegern bringt's wohl wenig

          Die Privatanleger-Konditionen wird der verschärfte Wettbewerb nach Ansicht von Fachleuten jedoch nicht wesentlich verbessern: „Die Unterschiede in den Orderkosten sind inzwischen ohnehin schon so marginal, daß das den Anlegern fast egal ist“, sagt Stefan Armbruster, Derivateexperte der Deutschen Bank.

          Die in Luxemburg angesiedelte Dachgesellschaft „Alex“ soll je eine Börse in der Schweiz und in Deutschland betreiben. Anfangs sollen diese beiden Handelsplätze noch mit getrennten elektronischen Plattformen arbeiten, in der Schweiz mit der SWX-Quotematch und in Deutschland von 2008 an mit Xetra. Bis Ende dieses Jahrzehnts sollen beide Börsen auf der Xetra-Plattform zusammengeführt werden.

          Grenzüberschreitende Geschäfte zu nationalen Tarifen

          Geplant ist ein hybrides Marktmodell, das die Preisfeststellung sowohl mit als auch ohne einen zwischengeschalteten Skontroführer (Makler zwischen Emittent und Anleger) ermöglicht. In absehbarer Zeit sollen dann auch grenzüberschreitende Geschäfte zu nationalen Tarifen möglich sein, heißt es in der Mitteilung.

          SWX und Deutsche Börse arbeiten schon bei der Terminbörse Eurex und dem Indexanbieter Stoxx zusammen. Beim Thema verbriefte Derivate sind die Börsen bislang getrennte Wege gegangen und haben mit nur mäßigem Erfolg versucht, dem zur Stuttgarter Börse gehörenden Platzhirsch Euwax das Geschäft streitig zu machen. Die SWX hatte dazu vergangenes Jahr die Börse Bremen erworben. Euwax vereint weit mehr als die Hälfte des Marktvolumens für sogenannte Anlage- und Hebelprodukte auf sich. Anfang kommenden Jahres will die Stuttgarter Börse gleichfalls mit einem neuen, elektronischen und die Bedeutung der Skontroführer verringernden Marktmodell starten. „Das Alex-Marktmodell ist unserem erstaunlich ähnlich“, wundert sich Thomas Munz, Vorstand der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse.

          Baader droht rechtliche Schritte an

          Jedoch wird seitens mancher Wertpapieremittenten noch angezweifelt, ob die neue Euwax-Plattform überhaupt Anfang des Jahres an den Start gehen kann. Denn der Börsenrat soll das Marktmodell erst auf seiner Sitzung am 22. November absegnen. Binnen eines guten Monates lasse sich aber wohl kaum eine neue technische Plattform installieren, sagt beispielsweise Armbruster.

          Hinzu kommt, daß Emittenten wie die Deutsche Bank große Bedenken gegen das neue Euwax-Modell haben. Denn mit diesem würde der neben der Euwax AG zweite Skontroführer, Baader, ausgeschlossen werden. Baader hat dagegen bereits rechtliche Schritte angedroht. Armbruster zeigt sich zudem verwundert, daß die Emittenten einen Monat vor der Börsenratssitzung kaum Informationen über das Marktmodell haben. „Das ist, als ob man ein Auto kaufen soll, aber weder den Motor noch die Farbe kennt“, moniert er.

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