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Derivatemarkt : Kreditderivate lassen Derivatemarkt explodieren

  • Aktualisiert am

Bild: Bank für internationalen Zahlungsausgleich

Der Derivatemarkt boomt, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Vor allem der junge Markt für Kreditderivate erweist sich als Treiber - und ist gleichzeitig der wunde Punkt.

          Der Anleihemarkt dümpelt vor sich hin, Fonds muten wie ein Auslaufmodell an und der Boom am Aktienmarkt schafft kaum neue Aktionäre. Grund genug für diejenigen, die es immer schon gewusst haben, zu schlussfolgern, dass die Deutschen eben doch fürchterlich risikoscheu sind und sich nach dem Desaster am Neuen Markt wieder dem Sparbuch und der Lebensversicherung zugewendet haben.

          Indes geht dies wohl an den Tatsachen vorbei und das wohl deswegen, weil vielfach immer noch nicht wahrgenommen worden ist, dass sich das Finanzmarktspektrum vieler Anleger erweitert hat bzw. erweitert wurde, indem der Derivatemarkt aus seiner Nischenrolle heraus- und in die Depots der Anleger hineingewachsen ist.

          Markt boomt nicht nur in Deutschland

          Monat für Monat vermeldet das Derivate-Forum, in dem sich mittlerweile dreizehn Emittenten zu einer Initiative zusammengeschlossen haben, neue Rekordvolumina. Ende Februar betrug es 85,2 Milliarden Euro nach 83,8 Milliarden im Januar. Den Gesamtmarkt schätzt die Initiative mittlerweile auf 121,7 Milliarden Euro. Das würde eine Wachstumsrate von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat bedeuten.

          Und der Boom der Derivate beschränkt sich keineswegs auf Deutschland. Auch der Weltmarkt ist im vergangenen Jahr mit dem schnellsten Tempo seit mindestens neun Jahren gewachsen. Nach dem jüngsten Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist das gesamte Nominalvolumen im vergangenen Jahr um 39,5 Prozent auf über 300 Billionen Euro gestiegen. Dies war die höchste Zuwachsrate seit Beginn der Datenerhebung.

          Kreditderivate treiben Marktwachstum

          Getrieben wurde das Wachstum vor allem von den Kreditderivaten, deren Volumen sich auf 28,8 Billionen Dollar mehr als verdoppelte. Im zweiten Halbjahr wuchs der Markt um 42 Prozent und damit etwas langsamer als in der ersten Hälfte, als das Wachstum 46 Prozent betrug.

          Dominiert wird der Markt von Indexprodukten einerseits und von Bankemissionen andererseits. Dabei gesteht die BIZ zu, könnte das Marktvolumen weitaus höher sein als geschätzt. Denn ein Gutteil der Emissionen entfällt auf synthetische und andere strukturierte Produkte, die oftmals mehr absichern, als ihr Nominalwert aussagt.

          Das effektiv über Kreditderivate dem Marktrisiko ausgesetzte Kapital stieg der BIZ zufolge im vorigen Jahr um 93 Prozent auf 470 Milliarden Dollar. Am gesamten Derivatemarkt betrug das dem Marktrisiko ausgesetzte Kapital 9,7 Billionen Dollar.

          Nur schwache Indizien für „Carry Trades“

          Auch Zinsswaps erfreuten sich großer Beliebtheit. Ihr Volumen wuchs im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 292 Billionen Dollar, so dass sie weiterhin den größten Teil des Derivatemarkts ausmachen. Indes wuchs das Volumen mit elf Prozent im zweiten Halbjahr gegenüber dem ersten (plus 24 Prozent) vergleichsweise moderat.

          Das Volumen der Devisenderivaten nahm im zweiten Halbjahr gar nur noch um fünf Prozent zu, nachdem es im ersten noch um 21 Prozent gewachsen war, und kam so im Gesamtjahr auf ein Plus von 28 Prozent und insgesamt 40,2 Milliarden Dollar.

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