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Charttechnik : Warnsignale für amerikanische Aktien

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Bild: FAZ.NET

Hat der Markt einen mittelfristigen Boden erreicht? Mark Arbeter, technischer Chefstratege bei S&P, sieht keine Anzeichen dafür, daß dem so ist.

          5 Min.

          Der Aktienmarkt hat sich in der vergangenen Woche stabilisiert, allerdings gibt es von Seiten der Chartmuster unseres Erachtens keine Anzeichen dafür, daß ein mittelfristiger Boden ausgebildet wurde. Bei Kursmomentum, Marktinterna und Sentiment kam es zu extremen Ausschlägen; doch solange sich dieser Trend nicht anhand der Kurs- und Umsatzentwicklung bestätigen läßt, sollte man am besten Vorsicht walten lassen. Die Anleiherenditen markierten unterdessen ihren höchsten Stand seit Mai 2002, während die Preise für Rohöl weiterhin in einer engen Spanne notierten.

          Technisch befinden sich die maßgeblichen Indizes nach wie vor in einem definierbaren Abwärtstrend und haben dabei seit ihren Höchstständen von Anfang Mai eine Serie niedrigerer Hochs und niedrigerer Tiefs ausgebildet. Zeitweise verzeichnete der Markt eine Rally, von denen einige sogar sehr stark waren; eine nachhaltige Sogwirkung nach oben blieb bislang allerdings aus.

          S&P-500 vor Kurstest

          Hinzu kommt, daß das Umsatzaufkommen an den Tagen, an denen starke Kurszuwächse verzeichnet wurden, nicht groß war - ein weiteres Merkmal, das signalisiert, daß eine Bodenbildung nicht in Sicht ist. Schließlich fehlte es auch an einer echten Kursführerschaft, was einmal mehr darauf hindeutet, daß der Markt in eine bullishere Phase übergeht.

          Mark Arbeter
          Mark Arbeter : Bild: S&P

          Die wichtigste Untergrenze für den S&P 500 stellt unserer Ansicht nach das jüngste Schlußtief bei 1.223,69 Punkten dar, das am 13. Juni registriert wurde. Nicht selten wird ein mittelfristiger Boden von einer Phase begleitet, in der es einen Kurstest zu bestehen gilt. Wir glauben daher, daß ein nachhaltiger Aufwärtstrend erst dann zustande kommen kann, wenn dieses Schlußtief erfolgreich getestet wurde.

          Findet der Test zu einem Zeitpunkt mit rückläufigen Umsätzen und nicht ganz so schlechten internen Daten statt, stehen die Chancen unserer Ansicht nach noch mal so gut, daß der Test gelingt. Nach unserem Dafürhalten würde ein kräftiger Durchbruch unter die Marke von 1.223,69 Punkten die Tür für einen Test der Oktober-Tiefstände öffnen, die im Bereich zwischen 1.170 und 1.200 Punkten liegen. Eine wichtige, längerfristige Unterstützung bietet außerdem der exponentielle gleitende 20-Monats-Durchschnitt bei 1.225 sowie die von den Tiefständen im August 2004 und Oktober 2005 abgeleitete Trendlinie bei 1.237 Zählern.

          Unzählige Widerstände

          Jede Rally dürfte auf kurze Sicht wohl zum Scheitern verurteilt sein, da es unzählige Widerstände gibt und diese auch noch sehr konzentriert auftreten. Fangen wir mit dem Chartwiderstand an, der im Bereich von 1.260 bis 1.290 Punkten verläuft und das Ergebnis der kurzen Seitwärtsbewegung von Ende Mai ist. Das 50-Prozent-Retracement der jüngsten Korrektur zielt unterdessen auf die Marke von 1.273 Punkten ab, während ein 61,8-Prozent-Retracement bei 1.286 ins Spiel kommt.

          Ein Trendlinienwiderstand, dem die jüngsten Höchststände zugrunde liegen, befindet sich bei 1.260. Der einfache und exponentielle gleitende 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.262, der exponentiell gleitende 50-Tage-Durchschnitt bei 1.271 und der 65-Tage-Durchschnitt bei 1.274 Punkten. In der Vergangenheit konnten derart konzentrierte Bereiche - egal ob Unterstützung oder Widerstand - beim ersten Versuch oft nur mit Mühe durchbrochen werden.

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