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Charttechnik : Wann wird sich der Markt stabilisieren?

  • -Aktualisiert am

S&P 500 Bild: FAZ.NET

Standard & Poor's erwartet, daß der Markt noch weitere Tiefstände testen wird, und rechnet in den kommenden Wochen mit einer anhaltend hohen Volatilität. Die Analyse von S&P-Cheftechniker Mark Arbeter.

          6 Min.

          Nach einem sehr schwierigen Start in der vergangenen Woche faßte der amerikanische Aktienmarkt wieder Fuß und gab eine respektable Vorstellung. Die jüngsten Tiefstände wurden erfolgreich getestet, doch sehen wir in den kommenden Wochen noch weitere Tests auf den Markt zukommen. Die Treasury-Renditen gaben unterdessen auf knapp unter fünf Prozent nach, während sich der Ölpreis einem bedeutenden Widerstand näherte.

          Am Dienstag, den 30. Mai, schloß der S&P 500 bei 1.259,84 Punkten, nachdem er das Schlußtief vom 23. Mai (dieses lag bei 1.256,58 Zählern) erfolgreich getestet hatte. Der Schlüssel zum erfolgreichen Test einer Unterstützungslinie besteht nach unserer Einschätzung in einem niedrigeren Handelsaufkommen während des Tests. Unserer Ansicht nach zeugt dies von einem nachlassenden Verkaufsdruck, während der Index die Unterstützungslinie testet. Am 22. Mai wechselten an der Nyse 2,04 Milliarden Aktien den Besitzer, und am 24. Mai - an diesem Tag erreichte der S&P 500 auf Intraday-Basis seinen absoluten Tiefpunkt innerhalb des Abwärtstrends - zog das Handelsvolumen auf 2,25 Milliarden Aktien an.

          Kräftiger Rückgang des Handelsvolumens

          Als der S&P 500 am 30. Mai die Tiefstände testete, wurden lediglich 1,54 Milliarden und damit deutlich weniger Aktien umgesetzt. An der Nasdaq wurde während des neuerlichen Tests ebenfalls ein deutlich geringeres Umsatzaufkommen registriert: So wurden am 22. Mai und am 24. Mai 2,3 bzw. 2,7 Milliarden Aktien umgesetzt, während es am 30. Mai lediglich 1,8 Milliarden Papiere waren. Das Nasdaq-Volumen am 24. Mai war das höchste seit dem 7. Dezember 2004 - folglich hat es sich hierbei möglicherweise um eine Art Kapitulation gehandelt.

          Mark Arbeter
          Mark Arbeter : Bild: S&P

          Neben dem kräftigen Rückgang des Handelsvolumens während des erneuten Testens war auch eine gewisse Verbesserung der Kursdynamik und der internen Daten zu verzeichnen, was für uns darauf hindeutete, daß zumindest ein kurzfristiger Tiefpunkt erreicht worden war. Der Höhepunkt der Abwärtsdynamik im Hinblick auf den Sechs-Tage-RSI (Relative-Stärke-Index) wurde am 18. Mai markiert, als dieser Indikator auf 14,1 Punkte nachgab. Seither hat er eine Serie höherer Höchst- und Tiefstände ausgebildet. Auf 14-Tage-Basis markierte der RSI am 18. und am 23. Mai bei rund 29 Punkten einen doppelten Boden.

          Kurzfristige Verschnaufpause

          An der Nyse erreichte das Verhältnis von Kursverlierern zu Kursgewinnern am 17. Mai bei 9,01 seinen Höhepunkt. Während des neuerlichen Tests am 30. Mai fiel diese Kennzahl auf 8,02. Die Nyse-New Lows - also diejenigen Titel mit einem neuen Tiefstwert - dividiert durch die Anzahl der an der Nyse gehandelten Titel erreichten am 17. Mai bei 6,2 Prozent ihren Höhepunkt; während des Neutests gab diese Kennziffer auf 3,1 Prozent nach. An der Nasdaq erreichten die New Lows am 22. Mai bei 4,5 Prozent ihren Zenit und gingen am 30. Mai auf 1,78 Prozent zurück.

          Wir glauben also zwar, daß der Aktienmarkt eine kurzfristige Verschnaufpause eingelegt hat; auf der anderen Seite rechnen wir aber in den kommenden Wochen mit einer anhaltenden Volatilität, weil der Markt unseres Erachtens weitere Tiefstände testen dürfte. Angesichts des Ausmaßes der jüngsten Verluste sowie der Schnelligkeit, mit der sich die Korrektur vollzogen hat, wird es ab dem ersten Tiefstand unserer Ansicht nach mindestens zwei Wochen dauern, bis sich eine mittelfristige Bodenbildung einstellt.

          Chartwiderstand zwischen 1.285 und 1.310 Zählern

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