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Charttechnik : Die Sommerrally ist da!

  • -Aktualisiert am

Mark Arbeter Bild: S&P

Genießen Sie die Rally, solange sie noch läuft. Denn nach Ansicht von S&P-Cheftechniker Mark Arbeter wird der Markt im Verlauf des Jahres einen weiteren Schwächeanfall erleiden.

          5 Min.

          Die beeindruckende Rally vom vergangenen Donnerstag deutet unserer Ansicht nach darauf hin, daß die Korrekturphase, die am 10. Mai einsetzte, nun beendet ist und stattdessen die lang erwartete Sommerrally Einzug gehalten hat. Da sich zuletzt ein ziemlich großer Pessimismus breit gemacht hatte und die Lage zudem extrem überverkauft war, glauben wir, daß die Kurserholung recht respektabel ausfallen wird. Dessen ungeachtet rechnen wir nach wie vor mit einer weiteren Schwäche des Marktes, die zu beobachten sein dürfte, sobald der derzeitigen Rally die Luft ausgegangen ist.

          Der S&P 500 legte am Donnerstag um 2,2 Prozent zu und verzeichnete damit seine beste Tagesperformance seit Oktober 2003. Der Nasdaq erzielte mit drei Prozent seinen größten Zugewinn seit März 2004, während der Dow Jones Industrial Average mit einem Plus von zwei Prozent sein bestes Ergebnis seit April 2005 ablieferte. Die Riege der kleinkapitalisierten Werte schnitt sogar noch besser ab: So verbesserte sich der Russell 2.000 um 3,82 Prozent und der S&P SmallCap 600 um 3,4 Prozent, was jeweils dem größten Zuwachs seit Oktober 2002 entsprach. Die Handelsumsätze an Nyse und Nasdaq waren überdurchschnittlich hoch und lagen deutlich über dem Niveau vom Mittwoch, was unseres Erachtens ein eindeutiger Beleg dafür ist, daß institutionelle Investoren im größeren Stil Bestände aufgebaut haben. Auch glauben wir, daß am Donnerstag ziemlich viele Deckungskäufe zur Glattstellung von Leerverkaufspositionen getätigt wurden, und das kann eine Rally zu Beginn noch zusätzlich anheizen.

          S&P 500: 200-Tage-Durchschnitt überwunden

          Auf seinem geraden Weg nach oben hat der S&P 500 am Donnerstag einen Trendlinienwiderstand, der aus den im Mai und Anfang Juni markierten Höchstständen abgleitet ist, in überzeugender Weise durchbrochen. Darüber hinaus überwand der Index auch wieder seinen einfachen und exponentiellen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, ebenso wie den exponentiellen gleitenden 150- und 50-Tage-Durchschnitt. Dank der Rally schaffte es der „500“ geradewegs zurück zu seinem exponentiellen gleitenden 65-Tage-Durchschnitt, der bei 1.271 Punkten verläuft.

          S&P 500
          S&P 500 : Bild: FAZ.NET

          Schließlich kam der Aufwärtstrend genau an dem Punkt zum Stillstand, der das 50-Prozent-Retracement der jüngsten Korrekturwelle markiert. Ein 61,8-Prozent-Retracement, das einen weiteren potentiellen Widerstand darstellt, liegt bei 1.286 Zählern. Ein Chartwiderstand, der aus der kleinen Konsolidierungsphase von Ende Mai bis Anfang Juni abgeleitet ist, verläuft im Bereich zwischen 1.245 und 1.291 Punkten. Die derzeitige Rally könnte es nach unserem Dafürhalten noch bis in den Bereich von 1.280 bis 1.290 Zählern schaffen, bevor einige Marktteilnehmer versuchen werden, Gewinne mitzunehmen. Oberhalb davon befindet sich weiterer Chartwiderstand, der aus dem Handelsgeschehen von März, April und Anfang Mai abgeleitet ist. Er reicht von 1.290 bis zu dem Erholungshoch bei 1.327 Punkten.

          Nasdaq: Trendlinienwiderstand durchbrochen

          Der Nasdaq, der im Zeitraum 19. April bis 13. Juni insgesamt 12,6 Prozent eingebüßt hatte, durchbrach ebenfalls aus den jüngsten Höchstständen abgeleiteten Trendlinienwiderstand. Allerdings befindet er sich nach unserer Ansicht in einer schlechteren technischen Verfassung als der S&P 500. Der Nasdaq notiert nach wie vor unterhalb des Niveaus, wo die meisten seiner wichtigen mittel- und langfristigen Durchschnitte sitzen, sowie, wie wir meinen, unterhalb eines ziemlich starken oberen Widerstands. So liegt der exponentielle gleitende 50-Tage-Durchschnitt auf dem Niveau von 2.190 Punkten, während sich die 80-, 150- und 200-Tage-Pendants allesamt in dem sehr konzentrierten Bereich zwischen 2.209 und 2.223 aufhalten.

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