https://www.faz.net/-h64-qzbd

Charttechnik : Der Haussetrend steht zur Disposition

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Die maßgeblichen Indizes dürften auf kurze Sicht das Schlimmste überstanden haben. Ein weiteres Testen der Tiefstände auf dem Weg nach unten wird jedoch vonnöten sein. Mittel- bis langfristig sind die Aussichten aber jedenfalls nicht gut.

          5 Min.

          Verkaufshöhepunkt, Kurskorrektur, Minicrash, Handtuchwerfen, massive Tagesumkehr, Hammerformation - egal, für was Sie sich entscheiden, am vergangenen Donnerstag hatten wir es. Der erneute Test einiger führender Indizes ist nach der zuletzt starken Volatilität bislang erfolgreich verlaufen, so daß wir jetzt wieder mit einer gewissen Aufwärtsbewegung rechnen. Während die Aktien einen Schlingerkurs fuhren, verhielten sich die Renten- und Rohölmärkte sehr ruhig.

          Das Marktgeschehen am Donnerstag wies viele interessante Facetten auf. So wechselten zum Beispiel extrem viele Aktien den Besitzer: An der New York Stock Exchange (NYSE) wurden 2,56 Milliarden Titel umgesetzt, das dritthöchste Volumen in der Geschichte der Börse ist. Lediglich am 19. und 24. Juli 2002 lagen die Umsätze höher.

          Erste Anzeichen für das Erreichen der Talsohle

          Diese beiden Tage markierten damit gleichzeitig die erste Talsohle des Marktes während der vergangenen Baisse. Das an der Nasdaq registrierte Volumen war mit 2,9 Milliarden Aktien das vierthöchste, das jemals verzeichnet wurde. Dies hatte schon eindeutig kapitulationsartige Ausmaße und geht dabei nicht selten mit einer mittelfristigen Bodenbildung einher.

          Mark Arbeter
          Mark Arbeter : Bild: S&P

          Daß diese Umsatzrekorde an einem Tag zustande kamen, an dem sich eine massive Trendumkehr nicht weit von einer sehr wichtigen Unterstützung vollzog, signalisiert, daß das Schlimmste wohl vorüber sein dürfte. Sorgen bereitet uns indes, daß Höchstvolumina während Markttiefphasen sehr oft während des ersten Tiefpunkts verzeichnet werden und der Verkaufsdruck beim zweiten Tiefpunkt dann nicht mehr ganz so stark ist. Unserer Meinung nach könnte dies ein Anhaltspunkt dafür sein, daß im Rahmen der Abwärtsbewegung die Tiefstände noch weiter getestet werden müssen.

          S&P-500 testet erfolgreich Schlußstände

          Die Tagesumkehr oder Hammerformation war die größte seit Juli 2002, und damals ereignete sie sich unweit von dem Niveau, wo der Markt seinen größten Boden in diesem Monat ausgebildet hatte. Zur Bestimmung des Umfangs der Trendumkehr ziehen wir die Differenz zwischen Tagestief- und Tagesschlußstand heran. Im S&P 500 lag diese Differenz bei 22,75 Punkten bzw. um 1,8 Prozent über dem Intraday-Tief.

          Diese Art von Tagesumkehr war in den neunziger Jahren, als sich die Volatilität noch ausgeprägter zeigte, weitaus häufiger anzutreffen. In den vergangenen Jahren ist sie dagegen eher selten geworden. Unserer Ansicht nach kann der Markt um so schneller einen Boden ausbilden, je schneller er seine Korrektur vollzieht.

          Der S&P 500 erreichte am Donnerstag ein Tagestief von 1235,18 Punkten, was damit noch kräftiger ausfiel als das vorangegangene Tief am 24. Mai bei 1245,34 Punkten. Die Trendumkehr machte es allerdings möglich, daß sich der Index wieder erholte und auf dem Niveau von 1257,93 Zählern - ganz in der Nähe der jüngsten niedrigen Schlußstände im Mai und Anfang Juni - schloß. Auf Schlußstand-Basis hat es der S&P 500 daher einmal mehr geschafft, die jüngsten Tiefstände erfolgreich zu testen.

          Weitere Themen

          Dollar hilft Schwellenländern

          Anleihen : Dollar hilft Schwellenländern

          Anleihen aus Schwellenländern versprechen hohe Zinsen - verlockend, wäre da nicht der Wechselkurs. Doch ein neuer Abwertungszyklus des Dollar könnte sie interessant machen.

          Topmeldungen

          Baukräne stehen an einer Baustelle in Berlin.

          Wohngemeinnützigkeit : Ein Bärendienst für den Wohnungsmarkt

          Immer lauter wird die Forderung, die Wohngemeinnützigkeit wiederzubeleben. Dass dies eine schlechte Idee ist, zeigt schon das abschreckende Beispiel der Neuen Heimat.
          Frau mit Kopftuch vor der Humboldt-Universität in Berlin

          Redeverbote an Hochschulen : Flucht vor Argumenten

          Eine Forschungsstelle der Uni Köln fordert, die Redefreiheit zu begrenzen, um Grundrechte zu verteidigen. Das würde einer Abschaffung der akademischen Freiheit gleichkommen. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.