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Charttechnik : Aktienbörsen haben den Härtetest bestanden

  • -Aktualisiert am

Anstieg des China-Indexfonds längerfristig nicht haltbar

Schwellenländer-Indizes bereiten uns nach wie vor das meiste Kopfzerbrechen, wobei unser Hauptaugenmerk auf China liegt. Der iShares FTSE/Xinhua China 25 Index (FXI) befindet sich nach zwei stärkeren Rückgängen wieder auf dem Weg der Konsolidierung. Diese jüngste Korrektur folgt dem parabolischen Anstieg, der sich gegen Ende vergangenen Jahres ereignete und in das Hoch am 3. Januar überging. Der FXI liegt gegenwärtig 16 Prozent unter seinem Höchststand zu Jahresbeginn, und wir gehen davon aus, dass hier mit weiteren Verlusten zu rechnen ist.

Das jüngste Schlusstief vom 2. März stellte ein Retracement von 50 Prozent der Aufwärtsbewegung seit Juni dar. Diese Rally bescherte dem Index in weniger als sieben Monaten einen annähernd 70prozentigen Kursgewinn. Während der Kursexplosion wurde der Neigungswinkel der Aufwärtsbewegung zusehends steiler. Dieser parabolische oder asymptotische Anstieg ist großartig, solange er anhält, längerfristig indes natürlich nicht haltbar.

Wenn Aufwärtsbewegungen dieser Art abbrechen, tritt der Schaden häufig schnell und intensiv ein. Aufgrund des streckenweise sehr steilen Verlaufs dieses Anstiegs sind auf dem Weg nach unten nur wenige Chartwiderstände vorhanden. Der erste nennenswerte Chartwiderstand befindet sich in der Zone zwischen 80 und 84 Punkten, noch immer deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Andere potenzielle Unterstützungen stammen vom gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 88 Zählern und einem infolge der Rally gebildeten Retracement von 61,8 Prozent im Bereich von 85 Punkten.

Schwache Chartformation und hohes Volumen

Der Rückgang gegenüber dem Hoch zu Jahresbeginn wurde von einem starken Anstieg des Handelsvolumens begleitet. Dies deutet darauf hin, dass Anleger und institutionelle Investoren schnell aussteigen und damit für hohes Handelsvolumen sorgen. Dies ist in unseren Augen kein positives Zeichen.

Auf längere Sicht erreichte der FXI unlängst seinen exponentiell gleitenden 50-Tage-Durchschnitt sowie die von den Tiefs seit Oktober 2005 abgeleitete Trendlinienunterstützung. Sowohl der gleitende Durchschnitt als auch die Trendlinie befinden sich im Bereich von 90 Punkten und boten dem Index einen temporären Boden.

Vor dem Hintergrund der äußerst schwachen Chartformation und dem enormen Volumen im ETF sehen wir für die Zukunft weiteres Schadenspotenzial. Jede kurzfristige Stärke, insbesondere dann, wenn der FXI in den Bereich zwischen 100 und 105 Punkten vorstößt, wäre nach unserer Ansicht eine weitere gute Verkaufsgelegenheit. Unser nächstes Abwärtsziel aus technischer Sicht liegt in der Zone zwischen 80 und 85 Zählern.

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