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CDS : Mehr Wettbewerb um Kreditderivate

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Den Banken droht im einträglichen Geschäft mit Kreditderivaten schärferer Wettbewerb. Ihre dominierende Stellung ist bedroht, weil die Betreibergesellschaften der Börsen im nächsten Jahr in das Geschäft mit den Derivaten einsteigen wollen.

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          Den Banken droht im einträglichen Geschäft mit Kreditderivaten schärferer Wettbewerb. Ihre dominierende Stellung ist bedroht, weil die Betreibergesellschaften der Börsen im nächsten Jahr in das Geschäft mit den Derivaten einsteigen wollen. Börsengehandelte Derivate sind günstiger zu handeln und transparenter als die von den Banken verkauften Instrumente.

          Die Terminbörse Eurex plant einen Kontrakt auf Basis des iTraxx Europe Index, der die Verbindlichkeiten von 125 Unternehmen abbildet. Als einzige Börse hat die Eurex eine Lizenz der zehn Banken erhalten, die die Rechte am iTraxx besitzen. Bis Ende März solle das Produkt angeboten werden, heißt es bei der Eurex.

          Kosten für CDS-Transaktionen würden sinken

          Zusammen mit Banken und Investoren will die in Paris ansässige Euronext Kontrakte entwickeln, die Ausfallswaps, handelbare Kreditversicherungen, für einzelne Unternehmen und Indizes imitieren. „Börsengehandelte Produkte werden das Adressenausfallrisiko eliminieren“, erklärt Amanda Sudworth, Leiterin Zinsprodukte bei Euronext-Liffe. „Damit wird diese Anlageklasse für alle geöffnet.“

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          Die Chicago Board Options Exchange will mit Kontrakten auf den Markt kommen, die auf Anleihen von fünf bis zehn Unternehmen basieren, sagte Joe Levin, Vice President der Börse, im November. Die Konkurrentin Chicago Mercantile Exchange plant Kontrakte mit drei Unternehmen als Basis.

          Für die Kunden dürften die Kosten für Transaktionen mit Ausfallswaps sinken: Derzeit kostet der Kauf oder Verkauf eines Kreditausfallswaps über eine Bank rund 240 Dollar. Ein Terminkontrakt läßt sich dagegen für 73 Cent über eine Börse handeln. Das dürfte die Erlöse der Banken in dem rasch wachsenden Segment schmälern. Die Deutsche Bank beispielsweise hat in der ersten Jahreshälfte mindestens drei Milliarden Dollar mit Kreditderivaten eingenommen, rund ein Drittel der gesamten Erlöse an den Finanzmärkten.

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