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Basiswissen Optionsscheine : Exotische Optionsscheine

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Optionsscheine gibt es in vielen verschiedenen Ausprägungen. Hier finden Sie Informationen zu den gängigsten „Exoten".

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          Optionsscheine gibt es in vielen verschiedenen Ausprägungen. Hier finden Sie Informationen zu den gängigsten „Exoten“.

          Best-Of-Warrant

          Diese Art von Optionsschein besitzt mehrere Basiswerte mit festen Basispreisen. Zum Laufzeitende ist der Besitzer berechtigt, den Basiswert, der während der Laufzeit die beste (beim Put: die schlechteste) Performance erzielt hat, zu beziehen (Best-Of-Call) oder zu verkaufen (Best-Of-Put).

          Cliquet-Optionsscheine

          Bei Cliquet-Optionsscheinen wird zu festgelegten Zeitpunkten der Basispreis des Optionsscheins an die aktuelle Marktentwicklung angepasst. Ein zu diesem Zeitpunkt bereits erzielter innerer Wert wird dem Inhaber gutgeschrieben - dieses Geld ist ihm sicher - und die gesamte Summe am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Vergleichen Sie dazu den ähnlichen Ladder-Optionsschein.

          Hit-Optionsschein

          Bei dieser Art von Optionsscheinen wird ein festgelegter Betrag an den Inhaber ausgezahlt, wenn der Basiswert innerhalb der Laufzeit eine bestimmte Barriere erreicht. Die Auszahlung kann entweder am Tag des Erreichens der Schwelle oder am Ende der Optionsscheinlaufzeit sein. Wird diese Barriere innerhalb der Laufzeit kein einziges Mal erreicht, wird nichts ausgezahlt. Der Optionsschein verfällt also wertlos.

          Ladder-(Karabiner)-Optionsschein

          Bei der Emission eines Ladder-(Karabiner)-Optionsscheins wird ein Basispreis festgelegt, doch dieser ändert sich im Laufe der Zeit. Und zwar nach folgendem Verfahren. Es gibt neben dem Basispreis fest definierte Kurse oder „Sprossen“, ähnlich einer Leiter (englisch Ladder - Leiter). Wenn der Kurs des zugrunde liegenden Wertes nun eine dieser Sprossen erreicht, dann wird der Basispreis auf dieser neuen Höhe festgelegt. Man hat also fortan einen Optionsschein mit neuem Basiswert. Gleichzeitig wird dem Inhaber die Differenz zwischen dem bisherigen Basispreis und dem „Sprossenwert“ gutgeschrieben. Diese Summe kann sofort oder auch erst am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden. Auf jeden Fall ist ihm dieser einmal erzielte Betrag sicher. Der Ladder-Optionsschein ist so ähnlich konstruiert wie der Cliquet-Optionsschein.

          Lookback-Optionsscheine

          Die Besonderheit bei Lookback-Optionsscheinen besteht darin, dass der Basispreis erst am Ende der Laufzeit oder zumindest erst nach einem bestimmten Teil der Laufzeit feststeht und vom Kursverlauf des Basiswertes abhängig ist. Beim Call wird der niedrigste Kurs des Basiswertes zum Basispreis, beim Put der höchste Kurs. Der innere Wert errechnet sich also aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts (am Laufzeitende) und dem niedrigsten (beim Call) bzw. höchsten (beim Put) Kurs, den der Basiswert während der Laufzeit erreicht hat.

          Mini-Premium-Optionsscheine

          Bei Mini-Premium-Optionsscheinen wird eine Kick-Out-Schwelle für den Basiswert definiert. Wenn der Kurs des Basiswertes diese Schwelle erreicht oder überschreitet, verfällt der Optionsschein sofort. Der Inhaber erhält dann einen vorher festgesetzten Betrag.

          Pay-Later-Optionsscheine

          Bei Pay-Later-Optionsscheinen ist das Besondere, dass die Kaufprämie erst am Ende der Laufzeit bezahlt werden muss und dann auch nur, wenn der Optionsschein einen inneren Wert besitzt. Die Prämie ist allerdings relativ hoch. Pay-Later-Optionsscheine werden auch Contingent-Optionsschein genannt.

          Range-Earn-Optionsscheine

          Ein Range-Earn Schein ist eine exotische Optionsscheinform, die in der Regel auf Devisen-Kurse oder Indizes begeben wird. In den Optionsschein-Bedingungen ist eine Kursspanne (Range) vereinbart. Für jeden Tag (Handelstag oder Kalendertag), an dem der Bezugswert in dieser Spanne bleibt, erhält der Besitzer des Optionsscheines eine Auszahlung, die in den Optionsschein-Bedingungen festgelegt ist (zum Beispiel 20 Cent). Diese Auszahlung wird Teil des inneren Wertes des Scheins. Fällt der Kurs aus der Spanne, so findet keine Auszahlung statt. Ein Range-Earn Schein ist mit einem maximalen Auszahlungsbetrag versehen (zum Beispiel fünf Euro). Speziell bei einem späten Einstieg in einen Range-Earn-Schein ist es empfehlenswert sich zu informieren, wie viel des Kurses des Optionsschein auch tatsächlich als innerer Wert (garantierte Rückzahlung) vorliegt.

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