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Basiswissen Optionsscheine : Wie Optionsscheine bewertet werden

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Zur Einschätzungen von Optionsscheine existieren einige Bewertungskennziffern. Die wichtigsten davon werden hier erklärt.

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          Zur Einschätzungen von Optionsscheine existieren einige Bewertungskennziffern. Die wichtigsten davon werden nachfolgend erklärt.

          Wenn es um die Bewertung eines Optionsscheins geht, müssen zunächst die Ausstattungsmerkmale des Optionsscheins geprüft werden. Dabei geht es um folgende Punkte:

          - Verfallstag (maturity)
          - Bezugskurs (strike)
          - Bezugsverhältnis
          - Optionsscheintyp

          Hier muß der Anleger entscheiden, ob er die Entwicklung einer Aktie, einer Währung oder eines Index generell positiv oder negativ für den Zeitraum, den der Verfallstag beschränkt, einschätzt.

          Hat man sich für einen Call oder Put entschieden, sollte man seine Kurserwartungen quantifizieren, das heißt einen geeigneten Bezugskurs wählen. Der schönste Kursanstieg einer Aktie kann unter Umständen bei einem sehr kurzfristig gewählten Verfallstag und einem zu hoch angesetzten Bezugskurs zu einem Verlust führen.

          Wer die technischen Kennzahlen zur Bewertung eines Optionsscheins berechnen will, der muss sich mit den „Griechen“ beschäftigen. Unter diesem Stichwort werden folgende Kennzahlen unterschieden:

          Delta

          Das Delta misst die Veränderung des Optionsscheinpreises, wenn sich der Wert des Basisobjektes um eine Einheit (zum Beispiel ein Euro oder Dollar) oder, bei Indexscheinen, um einen Indexpunkt, verändert. Delta ist eine dynamische Größe, das heißt, sie verändert sich entsprechend der Entwicklung des Basiskurses. Steigt der Wert des Basisobjektes, so steigt auch das Delta des Optionsscheins. Fällt der Basiswert, so sinkt das Delta.

          Bei einem Call liegt Delta immer zwischen 0 und 100 Prozent.
          Bei einem Put liegt Delta immer zwischen 0 und -100 Prozent.

          Liegt ein Optionsschein weit im Geld, so besteht er fast ausschließlich aus innerem Wert, da der so genannte Volatilitätswert des Optionsscheins gegen Null geht. In diesem Moment geht sein Delta gegen 100 Prozent. Legt das Underlying in diesem Fall um einen Euro zu, so wird sich auch der Wert des Optionsscheins um einen Euro verändern. Im umgekehrten Fall profitieren Optionsscheine, die weit aus dem Geld liegen, sehr gering von einer Steigerung des Basiswertes. Ihr Delta geht gegen 0 Prozent.

          Liegt ein Optionsschein am Geld, so liegt sein Delta bei 50 Prozent, beziehungsweise -50 Prozent.

          Ein Delta von 0,50 (-0,50) besagt somit, dass ein Call (Put), umgerechnet auf ein Bezugsverhältnis von 1:1, um 0,50 Euro im Wert steigt, wenn sein zugrunde gelegter Basiswert um einen Euro steigt (fällt).

          Omega

          Das Omega, auch effektiver Hebel genannt, gibt an, um welchen Prozentsatz sich der Kurs des Optionsscheins bei einer Kursveränderung des Basiswerts um ein Prozent verändert. Im Gegensatz zum Hebel, der eine gleich starke absolute Kursveränderung von Optionsschein und Basiswert unterstellt, mißt Omega durch die Berücksichtigung des Delta die tatsächliche Hebelleistung des Optionsscheins. Rechnerisch ist das Omega das Produkt aus den Kennzahlen Delta und Hebel.

          Insbesondere bei Optionsscheinen mit einer Moneyness kleiner als 1, das heißt bei aus dem Geld notierenden Optionsscheinen können Fehlbewertungen, die bei einer Fokussierung auf den Hebel entstehen, vermieden werden. Der Anleger sollte daher bei einer Analyse verschiedener Optionsscheine in Bezug auf ihre Renditeerwartung im Vergleich zu einer Direktinvestition in den Basiswert allein auf Omega als aussagekräftige Kennzahl zurückgreifen.

          Ein Omega von fünf besagt, daß eine Kaufoption (Verkaufsoption) um fünf Prozent im Wert steigt (fällt), wenn der zugrunde gelegte Basiswert um ein Prozent fällt (steigt).

          Lambda

          Das Lambda bezeichnet den theoretischen Hebel (englisch leverage) eines Optionsscheins. Wie oben erwähnt, bewegen sich Optionsscheinkurse entsprechend ihrer Stellung am, im oder aus dem Geld, unterschiedlich stark. Das heißt, Kursbewegungen des Basiswertes werden nicht 1:1 vom Optionsschein wiedergegeben. Das Lambda bereinigt den absoluten Hebel eines Scheins um sein Delta.

          Je weiter ein Optionsschein aus dem Geld liegt (Delta -> 0), desto verzerrender wird die Berechnung des Lambda. Aber das Lambda ist eine gute Hebelindikation für Scheine, die am Geld, oder nur wenig aus dem Geld liegen.

          Gamma

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