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Anlagestrategie : Spekulieren auf Volatilitäten

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Spekulieren auf Volatilitäten erscheint immer wieder reizvoll. Doch es hat seine Tücken. Das fängt an bei der Richtungsbestimmung und endet mit der Wahl des geeigneten Produkts.

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          Immer wenn es an den Märkten ruhiger zugeht, bedeutet das, daß auch die Volatilitäten abnehmen. Der VDax-New, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht auf der modelltheoretischen Volatilität einer fiktiven Option, sondern auf den Eurex-Marktpreisen der Optionen basiert, zeigt sich mit 16,22 auf niedrigstem Niveau. Sein Allzeittief liegt mit 9,3533 zwar noch deutlich tiefer, aber auch schon lange zurück im Jahr 1992.

          Indes sind die Signale des Index nicht ganz so eindeutig. Denn die Index-Historie zerfällt eindeutig in zwei Phasen. In der ruhigen Zeit von 1991 bis 1997 kam der Index über einen Stand von 25 Punkte kaum hinaus, während er zwischen 1997 und 2004 nicht unter 17 fiel. Seitdem zeigt er sich gemischt: Anfang 2004 und Mitte diesen Jahres stieg der Index deutlich über 25 Punkte, blieb aber zwischen 2005 und Mai 2006 zwischen 11,65 und 19,3 Punkten recht niedrig.

          Was ist die normale Handelsspanne?

          Ob sich also auf künftig höhere Volatilitäten spekulieren läßt, ist nicht gesagt. Zwar hat diese im Unterschied zu den Kursen von Wertpapieren die Eigenschaft, von Extremwerten immer zu einer Art von „normaler Handelsspanne“ zurückzukehren. Doch was ist die normale Handelsspanne?

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          Der Index zeigt sich aktuell eher unentschlossen. Betrachtet man die vergangenen zwei Jahre, so liegt die Volatilität aktuell eher im oberen Drittel der Spanne, sieht man von dem Ausreißer zwischen Mai und Juni ab. Betrachtet man dagegen die vergangenen fünf Jahre, so liegt die Volatilität eher am unteren Rande.

          Entscheidend ist letztlich angesichts eines Horizonts von 30 Tagen die sogenannte „implizite Volatilität“ in der kurzen Frist. Das bedeutet, daß die Erwartungen der Händler an der Eurex ausschlaggebend für die Entwicklung des Index' sind. Die „implizite Volatilität“ wird von Händlern verwendet, um Optionen und ähnliche Konstrukte zu bewerten. Rechnen sie mit starken Kursschwankungen, so stellen sie die „Vols“ hoch und umgekehrt.

          Open-End-Zertifikat mit Tücken

          Derzeit aber ist an den Börsen wieder Ruhe eingekehrt und die Unsicherheit im Markt gering. Die Kurse sind gestiegen, und so könnten die Volatilitäten durchaus noch weiter fallen. Erst wenn es wieder zu Turbulenzen wie zuletzt im Mai kommt, dürften die „Vols“ wieder durch die Decke gehen. Das könnte zwar bei entsprechenden politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen jederzeit geschehen, doch momentan ist einfach kein Anlaß absehbar.

          Obendrein ist das Spekulieren auf den VDax-New schwierig. Zwar bietet Goldman Sachs ein Opne-End-Index-Zertifikat an. Doch dessen Konstruktion hat es in sich. Wie ein Blick auf den Chart zeigt, haben sich die Kurse zunehmend auseinander entwickelt. Das liegt nicht nur an vergleichsweise hohen Gebühren für das Rollieren, sondern auch daran, daß der Partizipationsgrad von der Entwicklung der Forward-Volatilitätskurve abhängt.

          Steigende Volatilität erst wieder 2007?

          Das bedeutet, daß der Partizipationsgrad sinkt, wenn die Händler von steigenden Volatilitäten ausgehen und damit die Preise für länger laufende Optionen stärker anziehen. Damit nivelliert die Emittentin die Kurspotentiale des Produkts recht erfolgreich. Denn je stärker der Anstieg der künftigen Volatilität, desto geringer die Partizipation an der aktuellen Volatilität. Bei einer aktuellen Rate von 0,35 spricht dies derzeit dafür, daß vor allem im kommenden Jahr mit steigenden Volatilitäten gerechnet wird.

          Eine Alternative sind die VDax-Capped-Optionsscheinen, bei denen allerdings zusätzlich zu den üblichen Optionsscheinrisiken noch die Gefahr besteht, nicht an einem über dem Cap liegenden Wertanstieg des Basiswerts partizipieren zu können. Dafür werden die Produkte mit einem Abschlag zum aktuellen Wert des Index emittiert. Bei den bis Jahresende laufenden Scheinen mit niedriger Cap liegen indes die aktuellen Kurse sehr nahe an dieser, bei Scheinen mit hoher Cap jedoch tendenziell in der Nähe der aktuellen Volatilität. Das spricht dafür, daß in diesem Jahr keine Rückkehr zu höheren Volatilitäten erwartet wird.

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