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FAZ.NET-Orakel : Kampf um den dritten Platz ohne die Grünen

Auf den Wiedereinzug in den Bundestag müssen Christian Lindner und seine Partei wohl nicht mehr lange warten. Aber reicht es auch für mehr? Bild: AFP

Die Union verliert auf dem FAZ.NET-Orakel leicht. Doch Martin Schulz’ SPD kann davon nicht profitieren – ganz im Gegenteil zu zwei kleineren Parteien.

          Der Wahlkampf-Endspurt ist angebrochen. FDP und Grüne haben am vergangenen Sonntag  Sonderparteitage abgehalten, um die Basis auf den letzten Metern zu motivieren und sich bei den Wählern ins Gespräch zu bringen. Am Montagabend bekam dann auch SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz zur besten Sendezeit noch einmal die Gelegenheit in der ARD-Wahlarena für sich zu werben. Im Duell mit Angela Merkel konnte er allerdings auch diesmal keinen Boden gut machen.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für die Händler auf dem FAZ.NET-Orakel ist die Kanzlerfrage eine eindeutige Sache: Am Mittwochnachmittag beziffern sie die Wahrscheinlichkeit, dass Merkel im Amt bleibt, auf etwa 93 Prozent. Ein ähnliches Bild offenbart sich beim Blick auf die Parteien. Zwar ist der Kurs der Union leicht gesunken - vor zwei Wochen stand er noch bei 38 Prozent - doch mit derzeit 36,2 Prozent der Stimmen muss sie die SPD kaum fürchten.

          Zumal die Händler auch den Sozialdemokraten zunehmend weniger zutrauen. Vergangene Woche sackte ihr Kurs zeitweise gar auf 20 Prozent ab. Mittlerweile hat er sich zwar wieder leicht erholt. Mit 21,2 Prozent steht die SPD aber am Mittwochnachmittag weiterhin bescheiden da.

          Kopf-an-Kopf um Platz drei

          Deutlich spannender scheint aktuell der Kampf um den dritten Platz. In den Umfragen ergibt sich kein klares Bild: Mal ist die Linke vorn, mal die AfD und mal die FDP - wie etwa in der Allensbach-Umfrage für die F.A.Z. Die Orakel-Händler sehen am Mittwochnachmittag die AfD mit knapp zwölf Prozent in Front. Allerdings war deren Kurs in den vergangenen Monaten erheblich volatiler als der anderer Parteien.

          Daran hat sich nichts geändert. Stand er am vergangenen Sonntag noch bei 10 Prozent, so stieg er Dienstag kurzzeitig auf ein Hoch von mehr als 13 Prozent an, nur um am Abend wieder auf 11,7 Prozent zu fallen. Wie die Demoskopen scheinen sich die Händler mit ihrer Prognose des AfD-Ergebnisses besonders schwer zu tun.

          Ganz anders verhält es sich mit der FDP. Die Liberalen sind nach Ansicht der Orakel-Händler der schärfste Konkurrent der AfD im Rennen um Platz drei. Und im Gegensatz zum Kurs der Rechtspopulisten war die Prognose für die Partei von Christian Lindner seit Wochen bei rund neun Prozent stabil. Vor gut einer Woche aber gab es erstmals vorsichtige Ausschläge nach oben und auch am Mittwochnachmittag trauen die Händler der FDP zehn Prozent zu.

          Wenig Chancen auf Platz drei haben aus Sicht der Händler dagegen Linke und Grüne. Während sie der Linken aktuell neun Prozent zutrauen, rangieren die Grünen klar auf dem fünften Platz. Nur 7,4 Prozent lautet die Prognose auf dem Orakel am Mittwochnachmittag.

          Trotzdem haben die Grünen durchaus Chancen nach der Wahl mitzuregieren. Die Orakel-Händler beziffern die Wahrscheinlichkeit einer „Jamaika“-Koalition aus Union, FDP und Grünen auf 28,3 Prozent. Hoch im Kurs steht bei den Händlern ebenfalls die Option „sonstige Koalitionen“ (28,2 Prozent), worunter vor allem auch ein Bündnis von Union und FDP fällt.

          Nur die abermalige Bildung einer Großen Koalition halten sie derzeit für wahrscheinlicher (36,5 Prozent). An eine Chance für Rot-Rot-Grün (3 Prozent) glauben die Händler derweil ebenso wenig wie an eine Regierung aus Union und Grünen (1,4 Prozent).

          Wählerstimmung minutenschnell eingefangen

          Die Prognosen auf dem FAZ.NET-Orakel entstehen durch die Transaktionen der Teilnehmer. Diese handeln ihre Erwartungen in Form von Aktien. Auf dem Markt zur Bundestagswahl haben schon 837 Händler mitgehandelt. Bis Mittwochnachmittag gab es 20.410 Transaktionen.

          Gehandelt werden kann rund um die Uhr, sodass jedes Ereignis sofort einen Effekt auf den entsprechenden Kurs hat - und das bis 0 Uhr am 24. September. So sprang etwa am Montag nach Armin Laschets Wahlsieg in NRW der Kurs der Merkel-Aktie auf dem Kanzler-Markt um satte sechs Prozentpunkte nach oben. In wöchentlich erscheinenden Umfragen ist ein solcher Effekt so schnell nicht messbar.

          Unter anderem dieses Beispiel zeigt den Nutzen von Prognosebörsen bei der Voraussage zukünftiger Ereignisse. Deshalb laufen die Daten des Orakel-Marktes für die Bundestagswahl auch im Dienst der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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          www.orakel.faz.net

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