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FAZ.NET-Orakel : Der Abstand zwischen Union und SPD wächst

Bunte Vielfalt: Auf dem Stimmzettel wie auf der Straße tummeln sich die verschiedensten Parteien. Bild: dpa

Martin Schulz hat durch das TV-Duell keinen Boden gut gemacht, auf dem FAZ.NET-Orakel ist der Vorsprung der Union sogar gewachsen. Besser lief es aus Sicht der Händler für die FDP.

          Erst das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz, dann der „Fünfkampf“ und am Dienstagabend „Wie geht's, Deutschland?“: In den vergangenen Tagen hatten die Parteien reichlich Gelegenheit zu bester Sendezeit die Wähler zu umgarnen. Mit Spannung erwartet wurde vor allem das Aufeinandertreffen von Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz. Viele sahen im TV-Duell die wohl letzte Chance für den Sozialdemokraten, doch noch einmal das Ruder für seine Partei herumzureißen. Gelungen ist ihm das nach Meinung vieler Beobachter nicht.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Händler auf dem FAZ.NET-Orakel  sehen das offenbar ähnlich. Sie prognostizieren der Union am Donnerstagmittag 38,2 Prozent der Stimmen, während sie der SPD nur 23,2 Prozent zutrauen. Damit hat sich die SPD sogar verschlechtert. Vor dem TV-Duell stand sie noch bei mehr als 24 Prozent, während die Prognose für CDU/CSU im Vergleich zur vergangenen Woche weitgehend konstant geblieben ist

          Einen kurzen Höhenflug erlebte derweil die AfD. Rangierte sie am Samstag vor dem TV-Duell noch knapp unter neun Prozent, trauten die Orakel-Händler der Partei am Mittwochnachmittag 10,2 Prozent der Stimmen zu. Der Aufschwung begann bereits vor der ZDF-Sendung „Wie geht's, Deutschland“ am Dienstagabend, wo die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel für einen Eklat sorgte, indem sie das Fernsehstudio verließ, nachdem CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer Weidels Parteifreund Alexander Gauland als Rechtsradikalen bezeichnet hatte. Am Donnerstagmittag steht der Kurs der Rechtspopulisten allerdings wieder bei „nur“ 9,2 Prozent.

          Trotzdem liefert sich die AfD mit der FDP einen engen Kampf um den dritten Platz. Derzeit haben die Liberalen mit 9,65 Prozent knapp die Nase vorne. Der Kurs der FDP pendelt seit Wochen zwischen neun und zehn Prozent. Der Wiedereinzug in den Bundestag dürfte der Partei sicher sein, daran zweifeln die Händler nicht.

          Etwas bescheidener als bei der Partei des omnipräsenten Spitzenkandidaten Christian Lindner sieht es für Linke und Grüne aus. Mit 8,2 beziehungsweise 7,2 Prozent der Stimmen rechnen die Händler am Donnerstagmittag.

          Entsprechend wenig Chancen räumen die Händler einer Regierungskoalition aus SPD, Linke und Grünen (Rot-Rot-Grün) ein (vier Prozent). Die Wahrscheinlichkeit für eine Neuauflage der großen Koalition beziffern sie mit 35 Prozent, während sie dem Zustandekommen eines Bündnisses aus Union, FDP und Grünen knapp 26 Prozent Wahrscheinlichkeit einräumen. Am zweithöchsten steht der Kurs Donnerstagmittag auf dem Markt „Sonstige Koalitionen“ (31 Prozent), worunter vor allem auch eine Neuauflage einer schwarz-gelben Koalition fällt.

          Die Prognosen auf dem FAZ.NET-Orakel entstehen durch die Transaktionen der Teilnehmer. Diese handeln ihre Erwartungen in Form von Aktien. Auf dem Markt zur Bundestagswahl haben schon 794 Händler mitgehandelt. Bis Donnerstagmittag gab es 18.154 Transaktionen. Gehandelt werden kann rund um die Uhr, sodass jedes Ereignis sofort einen Effekt auf den entsprechenden Kurs hat. So sprang etwa am Montag nach Armin Laschets Wahlsieg in NRW der Kurs der Merkel-Aktie auf dem Kanzler-Markt um satte sechs Prozentpunkte nach oben. In wöchentlich erscheinenden Umfragen ist ein solcher Effekt so schnell nicht messbar. Unter anderem dieses Beispiel zeigt den Nutzen von Prognosebörsen bei der Voraussage zukünftiger Ereignisse. Deshalb laufen die Daten des Orakel-Marktes für die Bundestagswahl auch im Dienst der Nachrichtenagentur Bloomberg.

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          www.orakel.faz.net

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