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Gezielte Sprengungen : Fast täglich explodiert ein Geldautomat

Keine Beute: Dieser Sparkassenautomat wurde rücksichtslos gesprengt – doch die Täter gingen leer aus. Bild: Matthias Lüdecke

Das Bundeskriminalamt hat im vergangenen Jahr 326 Attacken auf Geldautomaten registriert. Die Täter werden immer dreister: Häufig reisen sie in Gruppen von Region zu Region, um nicht so einfach erwischt zu werden.

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          Die Welle von Geldautomaten-Sprengungen scheint kein Ende zu finden. Nach Informationen von FAZ.NET hat das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr 326 Attacken auf Geldausgabeautomaten in Deutschland registriert, darunter erfolgreiche und erfolglose. Es handele sich laut der Behörde allerdings um vorläufige Zahlen, da solche Fälle von den Landeskriminalämtern bisweilen mit Verspätung weitergemeldet würden. Bislang sieht es so aus, als ob die Fallzahlen gegenüber dem bisherigen Rekord aus dem Vorjahr leicht zurückgegangen sind, verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt sind es gleichwohl viele Fälle. Im Jahr 2018 hatte das Bundeskriminalamt 369 versuchte oder erfolgreiche Sprengungen gemeldet, 2017 waren es 268 gewesen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nachdem es vor zwei Jahren so ausgesehen hatte, als ob einige erfolgreiche Schläge der Polizei unter anderem gegen Mitglieder der sogenannten Audi-Bande das Phänomen etwas eindämmen würden, war zuletzt wieder ein ziemlich dreistes Vorgehen der Täter zu beobachten. So hatten Täter in dem Städtchen Kelkheim im Vordertaunus im vorigen Jahr zunächst vor der örtlichen Polizeistation die Reifen von zwei Streifenwagen zerstochen und die Hofeinfahrt der Polizei mit einem gestohlenen Wagen blockiert, den sie dann auch noch anzündeten, bevor sie den Geldautomaten in einer Bank des Ortes sprengten. Bei der Explosion ging allerdings offenbar einiges schief, und der Automat wurde auf so ungünstige Weise beschädigt, dass die Täter die Geldkassette nicht entnehmen konnten und ohne Geld in einem dunklen BMW flohen.

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