https://www.faz.net/-gv6-90023

Falschgeld : Deutlich mehr „falsche Fuffziger“

Nicht besonders schwer zu erkennen: Eine falsche „300-Euro-Note“ und ein gefälschter Fünfziger werden bei der Deutschen Bundesbank ausgestellt. Bild: dpa

Laut Bundesbank stieg die Zahl der gefälschten Banknoten in den letzten sechs Monaten deutlich. Der stärkste Anstieg wurde beim Münzgeld verzeichnet. Nun hofft man auf Besserung.

          1 Min.

          In der deutschen Redensart steht der „falsche Fuffziger“ für einen unehrlichen Menschen. Der Begriff hat seinen Ursprung wahrscheinlich in gefälschten 50-Pfennig-Münzen. Auch heute sind viele „falsche Fuffziger“ im Umlauf, allerdings handelt es sich um gefälschte 50-Euro-Scheine. Wie die Bundesbank am Freitag mitteilte, nahm im ersten Halbjahr die Zahl der sichergestellten gefälschten Banknoten gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2016 um fast 9 Prozent auf knapp 39.700 zu. Fast zwei Drittel entfielen davon auf gefälschte 50-Euro-Noten.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der für Bargeld zuständige Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele hofft im zweiten Halbjahr auf einen deutlichen Rückgang der gefälschten Fünfziger. Denn im April führte die Europäische Zentralbank (EZB) eine neue 50-Euro-Note mit verbessertem Fälschungsschutz ein. Thiele erwartet einen ähnlichen Verlauf wie bei der Einführung der neuen 20-Euro-Note im November 2015, als die Anzahl der Fälschungen deutlich sank. Allerdings stellte die Bundesbank im ersten Halbjahr davon fast 9000 gefälschte Scheine sicher. Mit einem Anteil von 23 Prozent lag der 20-Euro-Schein unter den am meisten gefälschten Noten auf dem zweiten Rang. Die falschen Euroscheine hatten einen Nennwert von insgesamt 2,2 Millionen Euro.

          Um fast 30 Prozent nahm die Zahl der gefälschten Münzen zu. Insgesamt wurden 18.505 gefälschte Münzen im deutschen Zahlungsverkehr sichergestellt nach 14.340 im zweiten Halbjahr 2016. Mit 82 Prozent entfiel der größte Anteil auf die Zwei-Euro-Münze. Gefälschte Ein-Euro-Münzen machten 14 Prozent aus. Die restlichen 4 Prozent verteilen sich auf falsche 50-Cent-Münzen.

          Während der Falschgeldumlauf in Deutschland gestiegen ist, hat er im Euroraum insgesamt abgenommen. Nach Angaben der EZB wurden in den ersten sechs Monaten 331.000 falsche Noten aus dem Verkehr gezogen. Das waren knapp 6 Prozent weniger als in der zweiten Jahreshälfte 2016. Auch hier hatten die falschen Fünfziger mit 48 Prozent den höchsten Anteil. Mit knapp 37 Prozent folgen gefälschte Zwanziger auf dem zweiten Rang. Fast 97 Prozent der gefälschten Noten wurden im Euroraum sichergestellt, gut 2 Prozent in den anderen EU-Staaten und 1 Prozent in der übrigen Welt.

          Die EZB hält es für sehr unwahrscheinlich, eine gefälschte Banknote zu erhalten. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der im Umlauf befindlichen Scheine um 7 Prozent auf 20 Milliarden. Wertmäßig entspricht dies einer Zunahme von fast 4 Prozent auf 1,1 Billionen Euro.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht in Salzgitter mit Journalisten.

          Wegen Angriff auf Syrien : VW-Werk in der Türkei steht vor dem Aus

          Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil sieht wegen der türkischen Invasion keine Grundlage mehr für die geplante Milliardeninvestition. Das sei ein „Schlag ins Gesicht von Menschenrechten“.
          Luisa Neubauer: Die „Fridays for Future“-Bewegung wird medial vor allem von jungen Frauen repräsentiert.

          Shell-Jugendstudie : Es ist der Klimawandel, Dummkopf!

          „Eine Generation meldet sich zu Wort“: So heißt die 18. Shell-Jugendstudie. Eine neue Entwicklung stellten die Autoren nicht nur bei Themen fest, die Jugendlichen Sorgen bereiten – sondern auch bei den Geschlechterrollen.
          Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton Ende September in Washington D.C.

          Wegen Ukraine-Affäre : Bolton wollte Giulianis Vorgehen überprüfen

          Die Ukraine-Affäre zieht immer weitere Kreise. Medienberichten zufolge soll Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton über das Vorgehen Rudy Giulianis so beunruhigt gewesen sein, dass er einen Anwalt einschalten wollte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.