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Short-Attacken : Wie Leerverkäufer für Wirbel sorgen

  • -Aktualisiert am

Handelssaal an der Frankfurter Börse Bild: dpa

Auch am deutschen Aktienmarkt sind gezielte Wetten gegen Unternehmen an der Tagesordnung. Doch selten sind die Reaktionen so heftig wie im Fall Grenke.

          3 Min.

          Leerverkäufe, also Wetten auf fallende Kurse, sind höchst umstritten. Während etwa eine Bundesbank-Studie dem Instrument eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle bescheinigt, sprechen andere von einem Virus, dass die Börsen regelrecht befallen könne. Manche Investoren setzen Leerverkäufe auch ganz unspektakulär zur Absicherung bestehender Positionen gegen Verluste ein. Bei öffentlich breit diskutierten Fällen wie Grenke oder Wirecard handelt es sich aber meist um gezielte Spekulationsgeschäfte.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine übliche Variante funktioniert vereinfacht dargestellt so: Leerverkäufer leihen sich Aktien des ins Visier genommenen Unternehmens etwa bei Vermögensverwaltern oder Fondsgesellschaften, verkaufen die Papiere dann sofort zum aktuellen Kurs an der Börse und streichen den Erlös ein. Ihre Wette geht auf, wenn der Kurs vor Ablauf der Leihfrist deutlich einbricht, wofür oft die durch den Leerverkäufer recherchierten und zum passenden Zeitpunkt veröffentlichten negativen Erkenntnisse über das Unternehmen sorgen. Der Leerverkäufer kann die Aktien nun zu einem weit billigeren Kurs wieder an der Börse kaufen, um diese fristgerecht an den Verleiher zurückzugeben. Die Kursdifferenz abzüglich der Leihgebühr verbucht der Investor als Gewinn, was natürlich für Ärger bei normalen Anlegern sorgt, die auf ihren Kursverlusten sitzen bleiben.

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