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Fachbegriffe : Zeit der Abrechnung - Humphrey Hawkins

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Rechenschaft müssen wir alle einmal ablegen. Die US-Notenbank sogar alle halbe Jahre - und zwar beim sogenannten Humphrey-Hawkins-Testimony. FAZ.NET erklärt, was sich dahinter verbirgt.

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          Das so genannte Humphrey-Hawkins-Testimony zählt in den USA zu den an den Finanzmärkten meistbeachtesten Ereignissen. In diesem Bericht stellt die US-Notenbank klar, wie es aus ihrer Sicht um die wirtschaftliche und geldpolitische Lage in den USA bestellt ist. Vorgetragen wird die Rede traditionell vom Vorsitzenden des Federal Open Market Committees (FOMC), der im Normalfall identisch mit dem Vorsitzenden der US-Notenbank ist. Turnusgemäß werden die Reden halbjährlich, und zwar im Februar und Juli gehalten. Vorstellig wird der US-Notenbankchef dabei sowohl vor dem Bankenausschuss des US-Senats als auch vor dem Ausschuss im Kongress.

          Interessant am Humphrey-Hawkins-Testimony ist, dass die rechtliche Grundlage dafür, basierend auf einem Gesetz aus dem Jahre 1995, seit Mitte 2000 angeblich weggefallen sein soll. Solange der Kongress noch über eine Neufassung berät, wird die Tradition aber anscheinend zunächst unverändert fortgesetzt.. Formal gesehen bedeutet das aber, dass es die Humphrey-Hawkins-Reden nicht mehr gibt. Im Sprachgebrauch unter Börsianern werden die Reden natürlich aber noch wie vor so bezeichnet.

          Zuvor basierte das Humphrey-Hawkins-Testimony auf dem Full Employment and Balanced Growth Act von 1978. Gehalten werden die Reden aber schon seit 1975. Der Name geht auf die Initiatoren des Gesetzes, Hubert Humphrey und Augustus Hawkins, zurück.

          Oft nur vage Aussagen

          Traditionell ist es im Übrigen so, dass der US-Notenbankchef seine Aussagen sehr vage und ausgewogen hält. Wegen der starken öffentlichen Wirkung seiner Worte ist er meistens versucht, die Märkte zumindest teilweise im unklaren über seine wirklichen Absichten zu lassen. So kam es schon vor, dass man in verschiedenen Medien zu ganz unterschiedlichen Würdigungen der Reden kam. Die Hoffnung der Börsianer auf Hinweise zur weiteren Richtung der US-Zinspolitik werden daher mit der Humphrey-Hawkins-Rede nicht immer erfüllt.

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