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F.A.Z. exklusiv : Bargeld-Nachfrage steigt auf Rekordwert von 1,1 Billionen Euro

  • Aktualisiert am

Die EZB will ihn abschaffen: der 500-Euro-Schein Bild: dpa

Noch nie gab es so viel Bargeld wie jetzt. Die Bundesbank hat den Hauptgrund für die stark gestiegene Nachfrage nach dem Euro bereits ausgemacht.

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          Die Bargeld-Nachfrage steigt stark, ungeachtet sinkender Barzahlungsquoten. Das zeigen Zahlen der Bundesbank, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Donnerstagsausgabe) vorliegen. Noch nie gab es so viel Bargeld wie jetzt. Nach den Bundesbank-Daten hat sich der Euro-Banknotenumlauf seit der Einführung der Euro-Scheine Anfang 2002 wertmäßig verfünffacht. Er stieg von 221 auf rund 1100 Milliarden Euro. Die jährliche Wachstumsrate betrug damit mehr als 10 Prozent. Zuletzt hat sich das Wachstum der Banknotennachfrage zwar abgeschwächt, doch ist es noch immer mehrfach höher als das Wirtschaftswachstum. Der Euro-Notenumlauf ist auch schneller gewachsen als der Dollar-Umlauf, der bis Ende 2015 auf 1380 Milliarden Dollar geklettert ist. Als Hauptgrund für die stark gestiegene Banknotennachfrage nennt die Bundesbank, dass Bürger im Euroraum, aber auch auf der ganzen Welt einen Teil ihres Vermögens in Euro-Scheinen aufbewahren.

          „Das Euro-Bargeld wird international gerne als Wertaufbewahrungsmittel gehalten, weil der Euro – wie auch der Dollar, die Eigenschaft einer stabilen internationalen Leitwährung hat“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der F.A.Z.

          Die Inflationsraten des Euro waren stets gering. Selbst als auf dem Höhepunkt der Euro-Krise und der Griechenland-Wirren der dauerhafte Zusammenhalt des Währungsgebietes in Frage gestellt wurde, ist die Nachfrage nach Euro nicht gesunken, sondern gestiegen. In ganz Osteuropa und Südosteuropa, aber auch in einigen Ländern Südamerikas und Asiens sind Euro-Scheine sehr beliebt. Zunehmend aber gerät Bargeld in den Fokus von Politik und Polizeibehörden. Große Geldscheine seien ein Instrument, das gerne von Verbrechern genutzt werde, um große Summen unauffällig zu transportieren.

          Die EZB ist entschlossen, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Die Bundesbank bleibt auch hier skeptisch. „Mir ist nicht bekannt, dass in den Ländern, die Obergrenzen für Barzahlungen eingeführt haben, die Kriminalität deshalb gesunken sei“, sagt Bundesbank-Vorstand Thiele. Es gebe wegen der geplanten Einschränkungen des Bargelds Unruhe in der Bevölkerung. Er selbst sorgt sich, dass damit scheibchenweise ein Stück Freiheit sterben könnte.

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