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Steigende Inflationsraten : Was das Zögern der EZB für Anleger bedeutet

Die EZB lässt die Geldschleusen offen. Bild: dpa

Die Preise steigen deutlich, aber die Notenbanken halten sich zurück. Das setzt aber voraus, dass sich die Teuerung bald wieder abschwächt. Was können Anleger tun?

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          In vielen Teilen der Welt steigen die Inflationsraten – doch die Notenbanken zeigen sich bislang gelassen und wollen an ihrer sehr lockeren Geldpolitik festhalten. Das stellt die Anleger vor neue Herausforderungen. 5 Prozent betrug die Inflation in Amerika im Mai. Für Deutschland erwartet die Bundesbank in diesem Jahr im Durchschnitt immerhin 2,6 Prozent, wie sie am Freitag mitteilte, in einzelnen Monaten sogar 4 Prozent. Das ist eine deutliche Anhebung gegenüber ihrer letzten Prognose von 1,8 Prozent. Und auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Inflationsprognose für die Eurozone hochgesetzt, auf 1,9 Prozent. Trotzdem setzt EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf eine „Politik der ruhigen Hand“, wie sie ankündigt: Die Notenbank will nicht eingreifen – Sparer und Anleger müssen sich selbst schützen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Finanzmärkte reagierten eher unentschlossen auf die Botschaften vom „Superdonnerstag“ mit EZB-Sitzung und amerikanischen Inflationszahlen. Der Dax, der mit der EZB-Pressekonferenz leicht zugelegt hatte, ging am Donnerstag mit einem winzigen Minus aus dem Handel. Am Freitag stand bis zum Nachmittag ein Plus von 0,6 Prozent auf 15 665 Punkte zu Buche. Deutlich nachgegeben haben am Freitag Bankaktien. Das Papier der Deutschen Bank verlor zeitweise mehr als 3 Prozent, die Aktie der Commerzbank 4 Prozent an Wert. Dahinter steckt offenbar das Kalkül, dass die Aussicht auf weiter extrem niedrige Zinsen das Geschäft der Banken tendenziell erschwert. Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen waren am Donnerstag als Reaktion auf die hohen Inflationszahlen gestiegen. Am Anleihemarkt steigen die Renditen, wenn die Kurse sinken. Die Inflationssorgen schlagen sich in steigenden Renditen nieder, weil die Anleger eine straffere Geldpolitik und damit höhere Zinsen für möglich halten.

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