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EZB und die Staaten : Das süße Gift des billigen Geldes

Die Deutschen im EZB-Rat: Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Bild: Ralph Orlowski

„Fiscal dominance“, Herrschaft der Haushaltspolitik der Staaten über die Notenbanken, nennt sich ein Ökonomen-Albtraum. Bundesbankpräsident Weidmann warnt davor – und widerspricht in mancherlei Isabel Schnabel von der EZB.

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          Für viele Eurokritiker ist die Sache einfach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Zinsen so niedrig und kauft so viele Staatsanleihen auf, um den hoch verschuldeten Staaten Südeuropas keine hohen Zinszahlungen zuzumuten und deren Haushaltpolitik vor dem Ruin zu bewahren. Dabei übersehen sie gern, dass die Zinsen in den Industrieländern rund um den Globus durch ganz andere Faktoren wie etwa die demographische Entwicklung historisch niedrig sind – und die EZB sogar schwere wirtschaftliche Verwerfungen riskieren würde, sollte sie gegen diese Entwicklung eine ganz andere Geldpolitik betreiben und die Zinsen plötzlich anheben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gleichwohl gibt es im Augenblick eine intensive Diskussion darüber, ob die lange Phase niedriger Zinsen und die anhaltenden Käufe von Staatsanleihen durch die Notenbank nicht doch dazu führen können, dass die Staaten diese für sie angenehme Situation irgendwann als den Normalzustand betrachten – und die EZB von dieser Seite vor Hürden stehen könnte, sollte sie irgendwann mit den Anleihekäufen aufhören und womöglich auch die Zinsen wieder anheben wollen.

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