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Sitzungsprotokolle : EZB-Räte sehen Boden für eine Zinswende weitgehend bereitet

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Dunkle Wolken über den EZB-Doppeltürmen: Die hohe Inflation verdüstert den Ausblick. Bild: dpa

Die hohe Inflation setzt die Notenbank unter Druck: Die Stimmen nach einer strafferen Geldpolitik mehren sich. Doch der Ukrainekrieg bereitet Konjunktursorgen.

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          Angesichts der hohen Inflation nimmt in der Europäischen Zentralbank (EZB) die Debatte über eine Zinserhöhung Fahrt auf. Wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Protokollen der Sitzung des EZB-Rats vom März hervorgeht, wurde dabei intern über die Bedingungen für eine Anhebung diskutiert. Dabei wurde vorgebracht, dass die Voraussetzungen dafür weitgehend erfüllt seien oder sehr nahe daran seien, erreicht zu werden. Eine große Zahl von Währungshütern sprach sich dafür aus, weitere Schritte in Richtung geldpolitischer Normalisierung zu unternehmen.

          Dazu passen jüngste Äußerungen von Notenbankern: Aus Sicht von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel könnte die EZB schon rasch die Zinswende einleiten. Mehrere Währungshüter haben den September als Termin dafür ins Gespräch gebracht. Befeuert durch einen Energiepreisschub infolge des Ukraine-Krieges war die Inflation im Euroraum im März auf 7,5 Prozent gestiegen. Die EZB peilt mittelfristig 2,0 Prozent an. Sie trifft sich am kommenden Donnerstag zu ihrer nächsten Sitzung. Die Währungshüter wollen im Sommer ihre milliardenschweren Anleihenkäufe beenden, wenn es der Inflationsausblick zulässt.

          Das Abschalten des Anleihen-Programms gilt als Vorzeichen für eine Zinswende, die „einige Zeit“ danach eingeleitet werden soll. Mehrere Währungshüter dringen darauf, dass dies zügig erfolgen soll. Die Folgen des Ukraine-Krieges erschweren aber die Entscheidungsfindung der EZB. Die hohen Energiepreise und die weitreichenden westlichen Sanktionen gegen Russland lasten auf dem Wachstum. Laut EZB-Vizechef Luis de Guindos steht der Euro-Zone auf kurze Sicht eine Konjunkturflaute ins Haus.

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