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Studie : EZB-Negativzinsen kostet Banken viel Geld

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Die EZB-Türme in Frankfurt Bild: dpa

Seit fünf Jahren zahlen Banken bei der EZB auf ihre Überschussreserven Zinsen. Das geht nicht unerheblich zulasten der Gewinne, besonders in Deutschland.

          Vor fünf Jahren erhob die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals, auf freiwillige Einlagen von Banken Zinsen. Seitdem haben die Banken des Euroraums mehr als 21 Milliarden Euro solcher Negativzinsen an die Notenbank gezahlt. Das ergab nun eine Studie des auf die Vermittlung von Zinsprodukten spezialisierten Unternehmens Deposit Solutions. Allein im vergangenen Jahr hätten die Banken demnach rund 7,5 Milliarden Euro gezahlt, rechnerisch mehr als 20 Millionen Euro am Tag.

          Das bleibt nicht ohne Folgen für die Profitabilität der Geschäftsbanken. Durchschnittlich kosteten diese Zinszahlungen die Banken 4,3 Prozent ihres Vorsteuergewinns. Die regionale Verteilung ist indes höchst unterschiedlich.

          Denn den größten Anteil an den Zahlungen leisten Banken aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, auf die zwischen 2016 und 2018 jeweils ein Drittel, ein Viertel und ein Achtel der Zahlungen entfiel. Die Banken der übrigen 16 Länder brachten weniger als ein Drittel auf.

          Das liegt zum Teil an der Größe dieser Länder und ihrer Bedeutung für die Finanzbranche, aber auch an der Geschäftspolitik der Banken. Gemessen an der Bilanzsumme haben Deutschland und Frankreich die mit Abstand größte Bankenbranchen im Euroraum. Sie sind von vergleichbarer Größe. Jedoch hat der niederländische nur ein Drittel der Größe. Die dortigen Banken zahlten also überproportional viel Negativzinsen. Finnische Banken zahlten in etwa gleich viel Negativzinsen wie Italienische, obwohl die Branche dort nur etwa ein Sechstel der Größe hat wie in Italien.

          Auch entspricht die Auswirkung auf die Gewinne vor Steuern nicht 1:1 der Höhe der Zahlungen. So führten die Negativzinszahlungen bei deutschen Banken zu einer Reduzierung des Vorsteuerergebnisses um rund 9 Prozent, bei französischen jedoch nur um 4 Prozent.

          Das wiederum zeigt auch die vergleichsweise niedrige Profitabilität deutscher Banken. Hätten französische Banken ebenso viel Negativzinsen bezahlt wie deutsche, wäre ihre Profitabilität nur um etwas mehr als 5 Prozent gesunken. Niederländische Banken zahlen relativ zur Größe der Branche mehr Negativzinsen als deutsche, ihre Gewinn leiden aber weniger stark.

          Deutsche Banken gehören nach einer neuen Studie des Beratungsunternehmens PwC Strategy& im Privatkundengeschäft international zu den Schlusslichtern. Demnach erwirtschafteten sie mit 159 Euro pro Kunde pro Jahr nur 35 Prozent dessen, was Schweizer Häuser erzielen. Italienische Banken erzielen noch immer fast doppelt so hohe Gewinne je Kunde. Deutsche Banken haben laut der Studie sowohl mit hohen Kosten als auch mit niedrigen Einnahmen zu kämpfen.

          Interessanterweise zahlen Banken aus als wirtschaftlich solider geltenden Ländern relativ deutlich mehr Negativzinsen: Mit Abstand liegt Finnland vorn, dann folgen die Schweiz, Luxemburg, die Niederlande und Deutschland.

          Die negative Zinsbelastung der Banken hat kontinuierlich zugenommen hat. So haben sich die Zinszahlungen der deutschen Banken in den vergangenen drei Jahren von 1,1 Milliarden Euro im Jahr auf 2,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Besonders extrem stiegen die Zahlungen der spanischen Banken: 2016 überwiesen sie rund 125 Millionen Euro an die EZB, 2018 war es mit rund 400 Millionen Euro bereits mehr als das Dreifache dieser Summe.

          Der Negativzins stellt nicht nur für die Banken im Euroraum eine Belastung dar. Schweizer Banken  zahlten von 2016 bis 2018 umgerechnet 4,7 Milliarden Euro negative Zinsen an die Schweizerische Nationalbank (SNB). Dies kostete sie mehr als 13 Prozent ihres Vorsteuergewinns.

          Während sich die Höhe der Negativzinszahlungen der Eurozone-Banken im Jahr 2019 bei rund 7,5 Milliarden Euro einpendeln dürften, deutet das erste Quartal 2019 in der Schweiz auf einen neuen Rekord hin. So zahlten die Schweizer Banken in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits rund 480 Millionen Euro an die SNB. Aufs Jahr gerechnet dürfte die Belastung so von 1,6 Milliarden Euro auf 1,9 Milliarden Euro anwachsen.

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