Niedrigere Bonität : EZB lockert Rating-Regeln für Anleihen
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Die Notenbank will dem Finanzsektor zusätzliche Liquidität verschaffen und senkt daher die Standards für Wertpapiere, die sie von Banken als Sicherheit verlangt. Der Druck des Kapitalmarkts auf südeuropäische Anleihen lässt leicht nach.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre neuen, lockereren Regeln für Sicherheiten für Kreditgeschäfte konkretisiert. Am Anleihemarkt notierten Papiere aus den europäischen Peripherie-Staaten daraufhin tendenziell mit etwas niedrigeren Abständen zur Bundesanleihe („Spreads“), ohne dass Analysten zufolge ganz klar war, wie eng der Zusammenhang zur EZB-Entscheidung war.
Schon Anfang des Monats hatte die Notenbank angekündigt, wegen der Krise befristet großzügiger bei Sicherheiten zu sein, die Banken beispielsweise für Langfristkredite bei der Notenbank hinterlegen müssen. Unter anderem war für Griechenland auf das Kriterium verzichtet worden, dass diese Sicherheiten mindestens ein Rating von „BBB-“ (Investment Grade) haben müssen.
Damals war signalisiert worden, dass die zuständigen Gremien noch eine Lösung finden müssten, wenn Sicherheiten wegen der Krise vorübergehend im Rating herabgestuft würden. Das könnte vor allem für Italien drohen, dessen Rating von der Agentur S&P am Freitag überprüft wird.
BB-Rating reicht
Es wurden verschiedene Lockerungen beschlossen. Unter anderem sollen jetzt Sicherheiten, die zum Stichtag 7. April die Rating-Anforderungen erfüllten, bei einer Herabstufung bis herab zum Rating „BB“ weiter akzeptiert werden.
Aus Sicht der Bank of America waren die Entscheidungen „gute Nachrichten“ für den Anleihemarkt. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos und Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel schrieben, der Schritt „vervollständige“ die Liquiditätsmaßnahmen der EZB in der Corona-Krise.