https://www.faz.net/-gv6-afz1i

Geldpolitik : EZB könnte Inflationsziel bis 2025 erreichen

  • Aktualisiert am

Der Chefvolkswirt der EZB: Philip Lane, ehemaliger Notenbankchef Irlands Bild: Reuters

Chefvolkswirt Lane plaudert Referenzszenario gegenüber Volkswirten aus. Am Markt war die Prognose bislang unbekannt.

          1 Min.

          Ein Medienbericht über ein Gespräch von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane mit deutschen Volkswirten über die mittelfristige Inflationsentwicklung sorgt für Wirbel. Die „Financial
          Times" berichtete, dass der Ire dabei interne Überlegungen offengelegt habe, wonach die Notenbank ihr Inflationsziel von zwei Prozent bis 2025 erreichen dürfte. Ein Sprecher der Europäischen Zentralbank bezeichnete den Bericht in der Nacht zum Freitag als „nicht genau“. Das Thema gilt als brisant, da die EZB ihre mittelfristigen Erwartungen an die Inflationsentwicklung bislang nicht öffentlich gemacht hat.

          Lane hatte den Volkswirten laut „FT“ in einer privaten Zusammenkunft gesagt, das mittelfristige Referenz-Szenario der EZB zeige, dass die Inflation kurz nach dem Ende der derzeitigen Prognoseperiode bei zwei Prozent landen sollte. Die EZB hat diese Langzeit-Prognose bislang nicht veröffentlicht. Lane dürfte deshalb mit Fragen konfrontiert werden, ob er interne Informationen an Personen außerhalb der Zentralbank weitergegeben hat - und wenn ja, warum. Ein EZB-Sprecher sagte dazu, Lane habe bei keiner Gelegenheit bei Treffen mit Analysten darüber gesprochen, dass die EZB ihr Zwei-Prozent-Ziel kurz nach dem Ende der Prognoseperiode erreichen werde. Zu der in dem Bericht erwähnten Jahreszahl 2025 schwieg sich der Sprecher aber aus.

          F.A.Z Newsletter Meine Finanzen

          Mittwochs um 12.00 Uhr

          ANMELDEN

          Die EZB-Volkswirte hatten vorige Woche ihre Prognosen aktualisiert. Die Ökonomen sagen für dieses Jahr eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent voraus. Die Inflationsrate war im August auf 3,0 Prozent hochgeschnellt, den höchsten Wert seit rund zehn Jahren.  Für 2022 hoben die Volkswirte ihre Inflationsprognose von 1,5 auf 1,7 Prozent an, für 2023 von 1,4 auf 1,5 Prozent.

          Die EZB hatte sich unlängst ein neues mittelfristiges Inflationsziel von zwei Prozent gesetzt. Bislang hatte es auf knapp unter zwei Prozent gelautet. Mit dem neuen Ziel wurde auch eine Anpassung des Zinsausblicks notwendig. Die Währungshüter wollen nun ihre Leitzinsen solange auf dem aktuellen oder einem noch tieferen Niveau halten, bis absehbar ist, dass die Inflation zwei Prozent erreicht und dann erst einmal so bleibt.

          In Deutschland ist die Teuerung nach europäischer Berechnung zuletzt sogar auf 3,4 Prozent geklettert. Die absehbar noch länger anhaltende Nullzinspolitik der EZB war vor dem Hintergrund der hohen Inflation zuletzt auch im Bundestagswahlkampf stärker  thematisiert worden. Und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte vor kurzem gemahnt, das Risiko einer zu hohen Inflation nicht aus den Augen zu verlieren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Schönes Tor eines Defensivspezialisten: Mats Hummels traf sehenswert für den BVB.

          BVB gegen Arminia Bielefeld : Dortmunder Antwort auf das Debakel

          Nach der herben Pleite in der Champions League wollte die Borussia in der Bundesliga vieles besser machen. Gegen Arminia Bielefeld geht dieser Plan fast vollständig auf – auch ohne Top-Stürmer Erling Haaland.
          Der Präsident und sein Gefolgsmann: Klaus Johannis mit Nicolae Ciucă am Donnerstag in Bukarest

          Rumäniens Präsident Johannis : Ein Karlspreisträger auf Abwegen

          In der Regierungskrise scheint Rumäniens Präsident Klaus Johannis die Annäherung an die für Korruption bekannte sozialdemokratische Partei PSD nicht zu scheuen. Sind Fördermilliarden aus Brüssel der Grund?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.