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EZB-Kandidat Jens Weidmann : Der richtige Mann

Bundesbankpräsident Jens Weidmann Bild: dpa

Die EZB muss auch in Zeiten populistischer Kräfte unabhängig bleiben. Das ist nicht das einzige Argument, das für eine Präsidentschaft Jens Weidmanns spricht.

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          Wahrscheinlich wird es später einmal heißen, mit Mario Draghi habe die Europäische Zentralbank die Spitze ihrer Machtentfaltung erreicht. Denn vieles spricht für weiterhin sehr niedrige Zinsen in den kommenden Jahren, doch an der Nullzinsgrenze verliert die Geldpolitik einen Teil ihrer Wirksamkeit.

          Daraus den Schluss abzuleiten, die Präsidentschaft der EZB werde zu einer weniger wichtigen Aufgabe, wäre jedoch verfehlt. Denn in einer wirtschaftlich heterogenen Eurozone, in der gemeinsames Handeln der Regierungen ein knappes Gut geblieben ist, wird auch künftig Druck auf die Geldpolitik ausgeübt werden, wirtschaftliche Probleme zu beseitigen.

          Sollten populistische Kräfte in den kommenden Jahren weiter wachsen, dürften die Anforderungen an die Geldpolitik, ihre Unabhängigkeit zu wahren, noch zunehmen. Ein Blick in die Vereinigten Staaten lässt Böses ahnen.

          Daher gibt es gute Gründe, die Führung der EZB weder einem Politiker noch einem im Umgang mit Politikern unerfahrenen Ökonomen anzuvertrauen. Die Gewährleistung der Unabhängigkeit der EZB ist nicht das einzige Argument, das für eine Präsidentschaft Jens Weidmanns spricht. Aber sie ist nicht das Geringste.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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