https://www.faz.net/-gv6-afu13

EZB-Direktorin : Schnabel warnt vor verfrühter Straffung der Geldpolitik

  • Aktualisiert am

EZB-Direktorin Isabel Schnabel Bild: Reuters

Der Inflationsanstieg wird sich ihrer Ansicht nach wieder abschwächen. Sie beruft sich auf die niedrigen Erwartungen zur Teuerung am Finanzmarkt.

          1 Min.

          EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat vor den Folgen einer voreiligen Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die erhöhte Inflation gewarnt. „Eine verfrühte Straffung der Geldpolitik in Reaktion auf einen vorübergehenden Inflationsanstieg wäre Gift für den derzeitigen Aufschwung und würde gerade denen noch mehr schaden, die auch unter dem jetzigen Inflationsanstieg leiden“, erklärte sie am Montag anlässlich des Baden-Badener Unternehmergesprächs. Im August lag die Inflation im Euroraum bei drei Prozent und damit deutlich über der Marke von zwei Prozent, die die EZB mittelfristig anstrebt.

          „Eine permanent übermäßig hohe Inflation, wie sie von manchen befürchtet wird, halten wir im Euroraum allerdings aufgrund der weiterhin niedrigen Inflationserwartungen für sehr unwahrscheinlich“, ergänzte Schnabel. Aller Voraussicht nach werde sich der Preisauftrieb im kommenden Jahr wieder spürbar abschwächen. Die Ökonomen der EZB gehen in ihrer jüngsten Prognose davon aus, dass die Inflationsrate dieses Jahr 2,2 Prozent erreichen wird. Für 2022 erwarten sie eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent und für 2023 von 1,5 Prozent.

          Die EZB hatte jüngst angesichts der Konjunkturerholung im Euro-Raum beschlossen, das Tempo ihrer großangelegten Notfall-Anleihenkäufe moderat zu verringern. Die Käufe im Rahmen des Krisen-Anleihenkaufprogramms PEPP sollen noch bis mindestens Ende März 2022 fortgesetzt werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vielen Dank für die Blumen: Olaf Scholz am Montag im Willy-Brandt-Haus.

          Gespräche mit der FDP : Scholz’ erstes Machtwort

          Die SPD-Spitze versucht, die FDP gefügig zu machen – doch der Kanzlerkandidat macht deutlich: Sein Stil ist das nicht. Olaf Scholz spricht lieber von Freunden.
          Die Ko-Vorsitzenden Habeck und Baerbock am Montag in der Bundespressekonferenz

          Nach F.A.Z.-Informationen : Grüne wollen Habeck als Vizekanzler

          Mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin sind die Grünen an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert. Nun ist nach Informationen der F.A.Z. klar: Wird die Partei Teil der nächsten Bundesregierung, will sie Robert Habeck zum Vizekanzler machen.

          Wer koaliert mit wem? : Der Wähler als Humorist

          Alle haben verloren, tun aber so, als hätten sie gewonnen: Um die Koalitionsgespräche zu analysieren, braucht es Spieltheoretiker und keine Politologen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.