https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ezb-direktorin-inflationsanstieg-wird-sich-wieder-abschwaechen-17534919.html

EZB-Direktorin : Schnabel warnt vor verfrühter Straffung der Geldpolitik

  • Aktualisiert am

EZB-Direktorin Isabel Schnabel Bild: Reuters

Der Inflationsanstieg wird sich ihrer Ansicht nach wieder abschwächen. Sie beruft sich auf die niedrigen Erwartungen zur Teuerung am Finanzmarkt.

          1 Min.

          EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat vor den Folgen einer voreiligen Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die erhöhte Inflation gewarnt. „Eine verfrühte Straffung der Geldpolitik in Reaktion auf einen vorübergehenden Inflationsanstieg wäre Gift für den derzeitigen Aufschwung und würde gerade denen noch mehr schaden, die auch unter dem jetzigen Inflationsanstieg leiden“, erklärte sie am Montag anlässlich des Baden-Badener Unternehmergesprächs. Im August lag die Inflation im Euroraum bei drei Prozent und damit deutlich über der Marke von zwei Prozent, die die EZB mittelfristig anstrebt.

          „Eine permanent übermäßig hohe Inflation, wie sie von manchen befürchtet wird, halten wir im Euroraum allerdings aufgrund der weiterhin niedrigen Inflationserwartungen für sehr unwahrscheinlich“, ergänzte Schnabel. Aller Voraussicht nach werde sich der Preisauftrieb im kommenden Jahr wieder spürbar abschwächen. Die Ökonomen der EZB gehen in ihrer jüngsten Prognose davon aus, dass die Inflationsrate dieses Jahr 2,2 Prozent erreichen wird. Für 2022 erwarten sie eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent und für 2023 von 1,5 Prozent.

          Die EZB hatte jüngst angesichts der Konjunkturerholung im Euro-Raum beschlossen, das Tempo ihrer großangelegten Notfall-Anleihenkäufe moderat zu verringern. Die Käufe im Rahmen des Krisen-Anleihenkaufprogramms PEPP sollen noch bis mindestens Ende März 2022 fortgesetzt werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wirtschaftsminister Habeck am Dienstagabend in Berlin

          Kernkraftwerke bleiben am Netz : Habecks Salto rückwärts nach vorne

          Das hätte Robert Habeck früher haben können: Wenigstens zwei Atomkraftwerke am Netz zu lassen, wäre schon vor Monaten ein Zeichen politischer Weitsicht gewesen.
          Schlagabtausch nach der Italien-Wahl: Markus Söder (links), CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident, und Manfred Weber (CSU), Vorsitzender der EVP-Fraktion, hier am 7. März in der CSU-Parteizentrale in München

          Söder gegen Weber : Und der Machtkampf lodert wieder

          Nach der Wahl in Italien gibt es Streit in der CSU: Manfred Weber unterstützte Berlusconis Forza Italia – und erntet nun harsche Kritik von Markus Söder. Wie konnte es dazu kommen?
          Designierte Ministerpräsidentin: Giorgia Meloni, am Montag in Rom

          Nach der Italien-Wahl : Erste Konflikte in Melonis Bündnis

          Die italienische Wahlbehörde bestätigt die klare Mehrheit für Giorgia Melonis Rechtsbündnis. Dass die designierte Ministerpräsidentin Lega-Chef Salvini keinen Posten im Kabinett anbieten will, sorgt für Spannungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.