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Blue Bridge gegen Greenback : Lagarde regt eine neue Bezeichnung für den Euro an

Jetzt unterschreibt die neue Chefin: EZB-Präsidentin Christine Lagarde Bild: EPA

Die neue Chefin der Europäischen Zentralbank lobt den Euro. Bei Feierlichkeiten in Frankfurt gab Christine Lagarde zudem ein großes Versprechen ab.

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          Nicht, dass sie jetzt jeden einzelnen Euroschein unterschreiben müsste, damit er rechtlich seine Wirksamkeit entfaltet. Aber zumindest sechsmal musste Christine Lagarde, die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), an diesem Mittwoch feierlich vor Publikum ihre Unterschrift abgeben, damit diese künftig für die Banknoten im Euroraum verwendet werden kann. Dazu kam eine symbolische Unterschrift auf einen überdimensionierten 20-Euro-Schein.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach und nach sollen die von ihr gezeichneten Banknoten von der zweiten Jahreshälfte 2020 an die von Mario Draghi und seinen Vorgängern ablösen, ohne dass letztere ihre Gültigkeit verlieren. Lagarde nutzte das „Euro Banknote Signing Event“ – so die Formulierung in der Einladung – gleich als Teil ihrer Charmeoffensive zum Amtsantritt, bevor sie sich am Freitag ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt eintragen wird und am 12. Dezember ihre erste Zinssitzung mit Pressekonferenz ansteht.

          In einer kleinen Rede versicherte die neue EZB-Präsidentin, ihre Unterschrift auf die Scheine auch als Versprechen aufzufassen, künftig Wächterin der Stabilität des Euro zu sein. Zugleich hob sie den symbolischen Wert der gemeinsamen Währung für den europäischen Integrationsprozess hervor. „Der Euro ist der Kitt, der uns als Währungsunion zusammenhält“, sagte die EZB-Präsidentin.

          Bargeld weiterhin sehr beliebt

          Wenn man die Leute nach den positiven Dingen frage, die ihnen die europäische Einigung gebracht habe, werde der Euro zumindest von vielen relativ weit vorne genannt – nach Frieden und dem freien Verkehr von Menschen, Gütern und Dienstleistungen. „76 Prozent der Bürger im Euroraum sprechen sich mittlerweile für die gemeinsamen Währung aus – das ist ein Allzeithoch“, sagte Lagarde.

          Dabei erfreue das Bargeld sich weiter hoher Beliebtheit. 79 Prozent aller Transaktionen im Euroraum erfolgten noch bar und ungefähr die Hälfte des gesamten Transaktionsvolumens. Im Umlauf seien derzeit 23 Milliarden Euro-Banknoten mit einem Wert von 1,26 Billionen Euro.

          Lagarde schlug vor, wenn der Dollar wegen seiner grünen Hintergrund-Farbe häufig „Greenback“ genannt werde – dann könnte man den Euro nach dem symbolischen Bauwerk auf dem 20-Euro-Schein doch auch „Blue Bridge“ nennen. Lagarde sagte, die Unterzeichnung der Euroscheine sei keine Routine-Prozedur. „Die Banknoten sind Teil unserer Wirtschaft, unserer Identität und unserer Kultur – und wir von der EZB haben eine immense Verantwortung, sicherzustellen, dass die Menschen ihr Vertrauen in den Euro behalten.“ Schließlich gebe es eine Redensart, dass Vertrauen zu Fuß komme – aber bisweilen auf Pferden verschwinde.

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