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Nachhaltigkeit im Fokus : EZB blickt stärker auf Klimarisiken der Banken

Sauberer Himmel über dem EZB-Turm in Frankfurt Bild: dpa

Die Europäische Zentralbank will Klimarisiken zum Schwerpunkt ihres Bankenstresstest im Jahr 2022 machen. Ein Notenbankgouverneur und ein Direktoriumsmitglied deuten aber ein Ende der krisenbedingten Dividendensperre an.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit dem Umgang der Banken in Bezug auf Klima- und Umweltrisiken unzufrieden und wird darauf in Zukunft strenger blicken. Gleichzeitig sorgten am Freitag Äußerungen des französischen Notenbankgouverneurs François Villeroy de Galhau und des EZB-Direktoriumsmitglieds Fabio Panneta für Hoffnungen, dass die dringliche Empfehlung der EZB-Aufsicht an Banken, keine Dividenden zu zahlen, im kommenden Jahr einer institutsspezifischen Betrachtung weichen könnte. Dann dürften Banken mit ausreichenden Eigenkapitalpuffern und nachhaltig stabiler Ertragslage wieder Gewinne an ihre Anteilseigner ausschütten.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kritisch beurteilten die EZB-Bankenaufseher am Freitag die Offenlegung der Klima- und Umweltrisiken durch die Banken. Hier besteht ihrer Ansicht nach Nachholbedarf. Bislang würden nur 3 Prozent der Top-Banken in der Euro-Zone grundlegende Informationen zu ihren klimabezogenen Risiken veröffentlichen, sagte Patrick Amis, Generaldirektor in der EZB-Bankenaufsicht, auf der Telefonkonferenz anlässlich der Veröffentlichung des Leitfadens.

          Zwar seien seit vergangenem Jahr Fortschritte erzielt worden, doch müssten Banken noch erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre offengelegten Informationen mit entsprechenden quantitativen und qualitativen Daten zu unterlegen. Die EZB will in der zweiten Jahreshälfte 2021 den noch bestehenden Handlungsbedarf ermitteln und diesen mit den Banken erörtern.

          Neuer Leitfaden

          Aus dem am Freitag veröffentlichten EZB-Leitfaden geht hervor, wie Banken Klima- und Umweltrisiken nach den geltenden aufsichtlichen Regelungen steuern und offenlegen sollten. Anfang des kommenden Jahres sollen die Banken auf Basis der im Leitfaden aufgeführten Erwartungen der Aufsicht eine Selbsteinschätzung zu ihren Klimarisiken vornehmen und Maßnahmenpläne ausarbeiten. Die EZB-Aufseher werden dies beurteilen und im Dialog mit den Banken hinterfragen. Im Jahr 2022 wird es ernst: Dann werden die Verfahren der Banken einer eingehenden aufsichtlichen Überprüfung unterzogen.

          Für diesen Zeitpunkt kündigte EZB an, falls nötig konkrete Folgemaßnahmen zu ergreifen. Im 2022 anstehenden Stresstest werden Klimarisiken der Schwerpunkt sein. Nähere Informationen hierzu will die EZB im Laufe des kommenden Jahres bekannt gegeben. „Die Bedeutung des Klimawandels für die Wirtschaft nimmt stetig zu, und es spricht immer mehr dafür, dass er finanzielle Folgen für Banken hat“, erklärte die EZB.

          Nachdem EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch in dieser Woche eine Lockerung der Dividendensperre in Aussicht gestellt hatte, folgten nun mit Villeroy de Galhau und Panetta zwei weitere führender EZB-Vertreter. So richtig es gewesen sei, in diesem Jahr mit den Gewinnen die Rücklagen zu stärken, gebe es nun mehr Argumente, Ausschüttungen wiederaufzunehmen, sagte Villeroy de Galhau der britischen Zeitung „Financial Times“. Die Banken sollten vorsichtig sein, aber es sei vernünftig, dies institutsspezifisch zu beurteilen, sagte Panetta.

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