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Extinction Rebellion : Klima-Randale gegen HSBC

Eine Aktivistin schädigt ein Fenster der HSBC-Zentrale. Bild: Reuters

„Extinction Rebellion“ erregt mit Protesten, Sachbeschädigungen und Blockaden Aufmerksamkeit. Nun haben Aktivisten Fensterscheiben der Großbank HSBC in London beschädigt – als Zeichen gegen eine falsche Investitionspolitik.

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          Mit Hammer und Meißel ausgerüstet, haben Aktivisten Fensterscheiben der Großbank HSBC in London beschädigt. Sie hämmerten Löcher in das Sicherheitsglas, während Passanten schon Handyvideos machten. Unter den Schlägen zersplittern rund zwanzig Scheiben im Bankenviertel Canary Wharf. Die etwa zehn weiblichen Aktivisten der Gruppe „Extinction Rebellion“ (XR) bezeichneten dies als Protest gegen eine falsche Investitionspolitik. „Trotz HSBCs Versprechen, den Kohlendioxid-Abdruck bis 2050 auf Netto-Null zu senken, erlaubt es der gegenwärtige Klimaplan der Bank, in Kohlekraftwerke zu investieren, und er lehnt keine Kunden ab oder kündigt Verträge bei Verbindungen zur Industrie der fossilen Brennstoffe“, schreibt XR. Gebrochene Scheiben seien weniger schlimm als gebrochene Versprechen.

          Philip Plickert
          (ppl.), Wirtschaft

          Immer wieder erregt XR seit drei Jahren mit Protesten, Sachbeschädigungen und Blockaden Aufmerksamkeit. Vor vierzehn Tagen zerschlugen sie Scheiben an der Barclays-Zentrale. Ein Sprecher der Bank sagte daraufhin mit britischer Höflichkeit: „Extinction Rebellion hat das Recht auf ihre eigene Sicht auf den Kapitalismus und den Klimawandel, aber wir würden sie bitten, ihre Ansichten anders auszudrücken als mit Verhalten, das kriminelle Sachbeschädigung umfasst und Leute in Gefahr bringt.“ Vor der Notenbank kippten Aktivisten falsches Öl aus, weil die Bank of England auch Anleihen von Ölunternehmen kauft. Im Herbst ketteten sich barbusige Aktivistinnen ans Parlament. 2019 blockierten XR-Proteste den Verkehr und U-Bahnen, was wütende Reaktionen von Pendlern auslöste.

          Guerrilla-Taktiken

          Die Kampagnen haben einige der wichtigsten frühen Unterstützer zu einer Distanzierung veranlasst. „Scheiben einschlagen bringt Schlagzeilen, aber so gewinnt man nicht die Köpfe und Herzen der Menschen, die wir brauchen, um Wandel zu erzeugen“, sagte Dale Vince, Chef der Ökostromfirma Ecotricity und ein früherer XR-Unterstützer. Die XR-Mitgründerin Gail Bradbrook verglich die Aktionen mit denen der Frauenrechtlerinnen (Suffragetten), die 1912 Fensterscheiben einschlugen. Einige XR-Aktivisten haben Verbindungen zu linksextremen Gruppierungen und Parteien.

          Im September blockierten XR-Leute die Zufahrt zu Druckereien von Zeitungen wie der „Sun“ und „Times“, deren Berichterstattung sie ablehnen. Premierminister Boris Johnson und Labour-Chef Keir Starmer verurteilten dies als „Angriff auf die Pressefreiheit“. Innenministerin Priti Patel prüfte sogar, ob Extinction Rebellion als kriminelle Organisation eingestuft werden könnte. Die Guerrilla-Taktiken müssten gestoppt werden. Insgesamt sind mehr als 1000 Strafverfahren gegen XR-Leute eingeleitet worden.

          Einige Förderer haben sich abgewandt. Ben Goldsmith, ein umweltbewegter Multimillionär und Fondsmanager, sagte im Herbst, die Gruppe schrecke mit „Schock-Taktiken“ die Leute ab. Seine Stiftung hatte Extinction Rebellion in der Anfangsphase über 130.000 Pfund gespendet. Ein früher Unterstützer war auch der Hedgefondsmanager Chris Hohn.

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