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Evergrande : Krisen kommen aus dunklen Ecken

Banker packen zusammen. Bild: AP

Die nächste Krise kommt genau aus der Ecke, aus der man es am wenigstens vermutet. Evergrande ist nicht Lehman, aber Vorsicht ist geboten.

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          Nein, Evergrande wird kein zweites Lehman Brothers. Wie kein anderes Unternehmen steht der Kollaps der amerikanischen Investmentbank 2008 als Sinnbild für die weltweite Finanzkrise. Die Bilder der gefeuerten Banker, die damals mit ihren Papp-Kartons aus dem Lehman-Hochhaus liefen, haben sich eingebrannt. So sehr, dass sich die Vergleiche über 13 Jahre später natürlich aufdrängen.

          Geschichte aber wiederholt sich nicht. Lehman Brothers war viel stärker mit internationalen Kapitalmärkten – und Produkten verwoben und verschachtelt als es die chinesische Regierung bei Evergrande jemals zulassen würde. Das macht diesen Fall so anders. Macht es ihn weniger gefährlich? Mitnichten!

          Vielleicht stimmt es ja wirklich, dass europäische Banken – wenn überhaupt – nur ganz geringe Verbindungen zu dem Mega Konglomerat Evergrande haben. Ganz sicher hat die Regulierung nach den Verwerfungen auch dazu beigetragen, dass der Bankensektor stabiler ist und Krisen besser meistert. Wer aber hätte gedacht, dass deutsche Kommunen Verbindungen zu einer Bank namens Greensill haben, von der die wenigstens bis zu Ihrem Zusammenbruch gehört hatten.

          Evergrande sollte nicht zu Überreaktionen führen, aber Wachsamkeit ist geboten. Wenn Lehman und die vielen anderen Krisen der Weltwirtschaft eine Lehre gemeinsam haben, dann die: Die nächste Krise kommt genau aus der dunklen Ecke, aus der man sie am wenigsten vermutet.

          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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