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Verpasste Zinszahlungen : Evergrande lässt Nachfrist verstreichen

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Immobilienentwickler Evergrande ließ am Montagabend die Nachfrist für eine Zinszahlung verstreichen. Bild: AP

Der Immobilienentwickler China Evergrande ließ am Montagabend eine Frist zur Zahlung eines Zinskupons verstreichen. Die Aktien des Konzerns stiegen wegen Maßnahmen der chinesischen Notenbank.

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          Mehrere Geldgeber des hoch verschuldeten chinesischen Immobilienriesen Evergrande haben nach dem Ablauf einer Nachfrist zuletzt weiter auf eine fällige Zinszahlung gewartet. Zwei Inhaber von US-Dollar-Anleihen der Evergrande-Tochter Scenery Journey hätten nach eigenen Angaben bis Dienstag um 0:30 Uhr New Yorker Zeit (6:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit) noch keine Zahlung erhalten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Morgen. Befürchtet wird ein Zahlungsausfall.

          Die Zinsen der beiden Anleihen in Höhe von 41,9 Millionen und 41,6 Millionen Dollar waren eigentlich am 6. November fällig. Eine Nachfrist von einem Monat war an diesem Montag abgelaufen. Die beiden Anleihegläubiger wollten Bloomberg zufolge nicht namentlich genannt werden. Evergrande habe zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme reagiert.

          Evergrande selbst hatte am späten Freitagabend vor möglichen Zahlungsschwierigkeiten gewarnt. Nach einer Überprüfung der Finanzmittel könne keine Garantie gegeben werden, dass die Gruppe über ausreichende Mittel verfügt, um ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, hieß es in einer Mitteilung.

          Insidern zufolge will Evergrande all seine ausländischen Dollar-Anleihen in die Umstrukturierung seiner Kreditlasten einbeziehen, wie Bloomberg am Montag berichtete. Der Kurs der bereits schwer gebeutelten Evergrande-Aktie war daraufhin in Hongkong auf ein Rekordtief gefallen.

          Am Dienstag stieg die Aktie wieder leicht, nachdem Chinas Notenbank am Montag nach Börsenschluss eine Senkung des Mindestreservesatzes für Banken angekündigt hatte. Diese haben dadurch mehr Spielraum für die Kreditvergabe, nachdem zuletzt viel Bedarf für Liquidität nicht gedeckt werden konnte.

          CHINA EVERGRANDE GROUP

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          Evergrande steckt bereits seit Monaten in einer tiefen Krise und gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Die Schulden werden insgesamt auf rund 300 Milliarden US-Dollar (266 Mrd Euro) beziffert. Laut Bloomberg summieren sich Evergrandes ausländische Anleihen auf 19,2 Milliarden Dollar, hinzu kommen 8,4 Milliarden in heimischen Schuldpapieren.

          Experten befürchten im Falle einer Pleite weitere Schockwellen im Bausektor bis hin zu einer globalen Finanzkrise. Allerdings hat die chinesische Regierung zuletzt Maßnahmen ergriffen, um etwas Druck von den hoch verschuldeten Immobilienunternehmen des Landes zu nehmen.

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