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Schwache Zahlen : Dauerpatient Commerzbank

Logo der Commerzbank auf einer Tüte Bild: dpa

Europäische Wettbewerber verdienen deutlich mehr als Deutschlands zweitgrößte Privatbank. Nun stellt Vorstandschef Zielke auch noch die Prognose in Frage.

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          Die schwachen Zahlen der Commerzbank im zweiten Quartal veranschaulichen den Handlungsbedarf. Nur ungewöhnlich niedrige Steuern haben den  Vorstandsvorsitzenden Martin Zielke vor einem deutlichen Gewinneinbruch bewahrt. Nach den Ergebnissen der ersten Jahreshälfte stellt er nun das Gesamtjahresziel in Frage. Angesichts der Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Lage und der Handelsstreitigkeiten sei eine leichte Steigerung des Konzernüberschusses „deutlich ambitionierter“ geworden.

          Die Aussage ist noch sehr milde ausgefallen, denn in den ersten sechs Monaten ging der Konzernüberschuss um mehr als ein Viertel auf 391 Millionen Euro zurück. Selbst wenn Sondereffekte wie der Verkauf eines Teilbereichs des Kapitalmarktgeschäfts berücksichtigt werden, sind die Commerzbank-Zahlen im Vergleich zur europäischen Konkurrenz schwach.

          Am Mittwoch haben auch die italienische Großbank Unicredit sowie die niederländische ABN Amro ihre Quartalszahlen vorgelegt und beide Institute verdienen deutlich mehr als Deutschlands zweitgrößte Privatbank: Der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn der Unicredit belief sich im ersten Halbjahr auf 2,2 Milliarden Euro, während die ABN Amro einen Gewinn nach Steuern 1,2 Milliarden Euro erzielte.

          Neue Strategie

          Beide Institute arbeiten ertragsstärker, obwohl sie wie die Unicredit in Italien einen schwierigeren Heimatmarkt oder wie ABN Amro in den Niederlanden einen deutlich kleineren Heimatmarkt haben als die Commerzbank. Zudem leiden auch sie unter dem eingetrübten Konjunkturumfeld. Im Herbst will Zielke eine neue Strategie präsentieren, was nach den im Frühjahr gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank nötig wurde.

          Der Commerzbank-Chef prüft weitere Investitionen und muss auch Kosten einsparen, wie die weiter schlechte Kosteneffizienz nahelegt. Die Commerzbank droht ähnlich wie der große Konkurrent aus den Doppeltürmen, die Deutsche Bank, zu einem Dauerpatienten zu werden, der den Anschluss an die internationale Konkurrenz wohl schon verpasst hat.

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