https://www.faz.net/-gv6-a6lcm

Europäische Währung : Euro soll er heißen

Der Euro hätte auch ECU, Franken oder Euromark heißen können. Bild: dpa

Vor 25 Jahren bekam Europas Währung ihren Namen. Alternativen wie Ecu, Franken oder Euromark setzten sich nicht durch. Seither wird der Euro geliebt, gehasst, geschmäht und begehrt.

          5 Min.

          Es waren bewegte Zeiten, um jenen 16. Dezember 1995. Damals einigten sich Europas Staats- und Regierungschefs auf einem Gipfel in Spaniens Hauptstadt Madrid auf die Bezeichnung „Euro“ als Namen für die künftige europäische Gemeinschaftswährung. Dass die kleineren Münzen „Cent“ heißen würden, stand damals noch genauso wenig fest wie der genaue Kreis der Teilnehmer an der späteren Währungsunion. Nur Großbritannien gab sich damals schon schmallippig.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Es war ein Ringen um den Namen gewesen“, erinnert sich Otmar Issing, 74 Jahre alt, der frühere Chefvolkswirt der Bundesbank, der die Entwicklung damals eng begleitet hat. Die Franzosen wollten damals den Namen „Ecu“ durchsetzen, mit Kleinbuchstaben. Sie wollten damit die Erinnerung pflegen an französische Gold- und Silbermünzen, die schon im Mittelalter so bezeichnet wurden. Die Bundesbank dagegen meinte, wenn schon, dann müsse man alle drei Buchstaben großschreiben; dann sei es die Abkürzung für „European Currency Unit“, also europäische Währungseinheit, und kein Wiederaufleben eines französischen Uralt-Zahlungsmittels. Auch ob es dann „die“ oder „der“ Ecu oder ECU heißen muss, war zwischen Deutschland und Frankreich umstritten. „Es war zum Teil ein skurriler Streit“, erinnert sich Issing. Auch Vorschläge wie „Franken“, „Gulden“, „Euro-Gulden“ oder auch „Euromark“ seien damals diskutiert worden – konnten sich aber nicht durchsetzen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Sensitivitätslücke? Eine Helferin hält einen Teststab in einem Testzentrum in Hannover

          Zu hohe Erwartungen : Die Enttäuschung mit den Schnelltests

          Schnelltests haben die Erwartungen vieler Bürger und Politiker enttäuscht. Die Tests haben falsche Sicherheit verbreitet. Fachleute kritisieren die „Sensititivitätslücke“.

          Protektionismus der 1930er : „Ein bösartiges Produkt von Dummheit und Gier“

          Trumps Handelspolitik weckt Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise und den Protektionismus der dreißiger Jahre. Damals löste Herbert Hoover mit einem höchst umstrittenen Zollgesetz fatale Gegenreaktionen aus. Heute jedoch ist unser Wohlstand nicht von Amerika bedroht. Ein Gastbeitrag.
          In Flensburg zu Hause: Andrea Paluch, Schriftstellerin, Musikerin, Dozentin, Sängerin, geht ihren eigenen Weg.

          Andrea Paluch : Sie geht ihren eigenen Weg

          Andrea Paluch, die Frau von Robert Habeck, hat ein Buch geschrieben. Liest man darin die Zukunft ihres Mannes? Eher nicht – denn Männer sind in dem Buch mit Absicht abwesend.