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Wer beerbt Lagarde? : Europäer einigen sich auf fünf Kandidaten für IWF-Nachfolge

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Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, wechselt an die Spitze der Europäischen Zentralbank. Bild: dpa

Bis Anfang Oktober soll die Nachfolge der scheidenden IWF-Chefin Lagarde geregelt sein. Nun scheint eine Handvoll Kandidaten in die engere Wahl gekommen zu sein.

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          Die Europäer haben sich auf fünf mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) geeinigt. In der engeren Auswahl sind etwa der Niederländer Jeroen Dijsselbloem, früherer Euro-Gruppenchef sowie der Finne und ehemalige EU-Kommissar Olli Rehn, wie das französische Finanzministerium am Freitagabend mitteilte.

          Zu den fünf Kandidaten zählen außerdem die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calvino, der Portugiese und Vorsitzende der Euro-Gruppe Mario Centeno und die ehemalige Vize-Präsidentin der EU-Kommission, Kristalina Georgiewa aus Bulgarien. Die 65-Jährige dürfte die Unterstützung von osteuropäischen Ländern haben. Für sie müssten allerdings die Statuten des IWF geändert werden, weil dort 65 Jahre als Höchstalter für die Amt vorgesehen sind.

          Frankreich koordiniert die Kandidatenauswahl seitens der Europäer. Ihr Ziel ist es, einen gemeinsamen Kandidaten zu präsentieren, der weitreichende Erfahrungen auf dem Gebiet der internationalen Finanzbeziehungen hat, hieß es weiter aus dem französischen Finanzministerium.

          Als möglicher Nachfolger wird etwa der Finne Olli Rehn gehandelt, ehemaliger EU-Kommissar. Bilderstrecke

          Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hatte in der vergangenen Woche mit den verantwortlichen Ressortchefs beraten – darunter auch mit dem deutschen Vize-Kanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD). In einer zweiten Beratungsrunde fordert Le Maire die europäischen Finanzminister nun auf, ihren Favoriten unter den fünf möglichen Kandidaten zu benennen. Le Maire will nun so schnell wie möglich zu einem Ergebnis kommen und sich noch an diesem Wochenende an seine Amtskollegen wenden.

          Die Europäer hatten zuvor betont, bis Monatsende einen gemeinsamen Anwärter für die Nachfolge zu bestimmen. Das hatte Le Maire auf dem Finanzministertreffen der sieben führenden westlichen Wirtschaftsmächte (G7) bei Paris vor einer Woche angekündigt. Die aktuelle IWF-Chefin Lagarde hatte ihren Rücktritt zum 12. September eingereicht, nachdem sie zur Nachfolgerin von EZB-Präsident Mario Draghi ernannt worden war. Die ehemalige französische Finanzministerin soll ab November die Europäische Zentralbank leiten.

          Die IWF-Führung ist traditionell in europäischer Hand. Die Schwesterorganisation Weltbank wird dagegen von einem Amerikaner geführt.

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