https://www.faz.net/-gv6-80sv3

Devisenmarkt : Euro nähert sich 12-Jahres-Tief

  • Aktualisiert am

Das Euro-Symbol vor der europäischen Zentralbank in Frankfurt. Bild: Slesiona, Patrick

Der Kurs des Euro sackt immer weiter ab. Inzwischen ist es zum 12-Jahres-Tief nicht mehr weit. Nächster Halt: die Parität zum Dollar.

          2 Min.

          Der Sinkflug des Euro setzt sich fort: Am Dienstag fiel der Dollarkurs der Gemeinschaftswährung erstmals seit elfeinhalb Jahren unter die Marke von 1,08 Dollar. Mit 1,0752 Dollar kostet der Euro so wenig wie letztmalig im April 2003. Allein seit Ende Februar hat der Euro sechs Cent oder fünf Prozent an Wert verloren.

          Damit läuft der Euro auf ein Zwölf-Jahres-Tief gegenüber dem Dollar zu. Aus technischer Sicht liegt eine mögliche Unterstützung im Bereich des Tiefs vom März 2003 bei 1,05 Euro. Danach rückt endgültig die Parität zum Dollar in den Blick.

          Wichtigster Grund für die Euro-Schwäche ist weiter die Lockerung der Geldpolitik durch die EZB. Am Montag hatten die Währungshüter ihre neue Offensive in Form massiver Wertpapierkäufe, vor allem von europäischen Staatsanleihen, offiziell begonnen. Die Bundesbank und die finnische Notenbank bestätigten offiziell, Anleihen gekauft zu haben. Das drückte die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen der Nicht-Peripherie-Staaten deutlich, wohingegen die Renditen für portugiesische Anleihen sogar stiegen.

          Devisenanalysten sehen aktuell auch eine Stärke des Dollar, der von den Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche Auftrieb erhalten habe. Der Dollar befestigte sich gegenüber den zehn größten anderen Währungen am Dienstag um 0,4 Prozent. Zudem kommen der amerikanischen Währung Spekulationen über eine schneller als bislang erwartete Zinserhöhung in Amerika zugute.

          Demgegenüber ist das Bestreben der europäischen und der japanischen Zentralbank, die Inflation wieder anzuheizen, um die Wachstumsschwäche zu bekämpfen. Euro und Yen entwickelten sich am schlechtesten unter den G10-Währungen, schreiben die Analysten der UBS. Obwohl diese mittlerweile günstig bewertet seien, glauben sie nicht an einen Trendwechsel. Die Analysten der Rabobank sehen indes erste kleine Effekte der Euroschwäche. Wenig hilfreich für den Eurokurs ist natürlich auch das Gezerre um Griechenland und die damit verbundenen grundsätzlichen Sorgen um die Stabilität der Währung.

          Wohin fällt der Euro noch?
          Wohin fällt der Euro noch? : Bild: FAZ.NET

          Griechenland belastet auch den Aktienmarkt. Der Dax fällt um 0,2 Prozent auf 11.554 Punkte. Der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index gibt nur leicht auf 2366 Punkte nach. Der Dax leidet auch unter den Kursverlusten des Versorgers RWE, der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vorgelegt hat und 0,7 Prozent abgibt.

          Im vergangenen Jahr war der betriebliche Gewinn des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns wegen der gesunkenen Großhandelspreise für Strom weiter abgesackt. Zudem hatte die „Rheinische Post“ berichtet, dass der Konzern in seiner Finanzplanung davon ausgehe, dass das nachhaltige Nettoergebnis 2016 auf 800 Millionen Euro sinken werde. Das wiederum dürfte sich negativ auf die Dividende auswirken, vermutete ein Händler.

          Geringe Katastrophenschäden bescherten der Hannover Rück dagegen 2014 den dritten Rekordgewinn in Folge. Der Überschuss des weltweit drittgrößten Rückversicherers wuchs im Jahresvergleich um 10 Prozent, was deutlich mehr war als vom Vorstand versprochen. Die Dividende von 3,00 Euro je Aktie soll nun über eine Sonderausschüttung auf 4,25 Euro aufgestockt werden, was der Aktie ein Kursplus von 4,4 Prozent bescherte.

          Symrise gewinnen 3,4 Prozent. Der Aromen- und Duftstoffhersteller hat ebenfalls ein Rekordjahr hinter sich und verdankt dies einer starken Nachfrage in Lateinamerika und einem Zukauf. Auch für 2015 zeigte sich Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram zuversichtlich.

          Wacker Chemie legen 4 Prozent zu. Kreisen zufolge will der Konzern seine Halbleiter-Sparte Siltronic ausgliedern. Die Maßnahme könnte dem Unternehmen etwa 300 Millionen Dollar einbringen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Aktie könnte in den Vereinigten Staaten notiert werden. Schon 2004 hatte Wacker –damals noch nicht börsennotiert – Siltronic an die Börse bringen wollen und zunächst auf 2006 verschoben. Wacker wollte die Meldungen nicht kommentieren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder

          Wahlprogramm der Union : CDU und CSU versprechen Entlastungen

          Die Unionsparteien wollen laut einem Entwurf ihres Wahlprogramms den Solidaritätszuschlag vollständig abschaffen und die Steuerstufen bei der Einkommenssteuer verschieben. Die Verdienstgrenze bei Minijobs soll um 100 Euro erhöht werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.