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Eurex : "Versichern" mit einer Verkaufsoption

Option als „Versicherungsinstrument” Bild:

Auch gegen Börsenverluste kann man sich versichern. Optionen funktionieren zumindest nach demselben Prinzip.

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          In turbulenten Börsenzeiten sind flexible Instrument gefragt. Denn als innovativer Anleger möchte man natürlich bei steigenden Kursen dabei sein, möglichst aber vor fallenden Notierungen verschont bleiben. Natürlich ist dabei in langer Sicht „die Ruhe die oberste Pflicht“. Aber es gibt immer wieder Situationen, die taktische Varianten, wenn nicht unbedingt ratsam, so doch verlockend machen.

          Dabei will man nicht unbedingt immer sein ganzes Depot leerräumen - und danach wieder auffüllen. Denn immerhin bedeutet das nicht nur Aufwand, sondern auch Aufregung und Kosten. Dafür gibt es aber Abhilfe. Sind doch für kurzfristig orientierte taktische Manöver die Terminprodukte der Eurex recht gut geeignet. Mit etwas Know-How lassen sich hier Ideen auf effiziente Weise umsetzen. Bietet doch der Markt dafür die wichtigsten Instrumente zu marktgerechten Preisen.

          „Versichern“ gegen fallende Kurse

          Erwartet ein Anleger etwa fallende Kurse, so kann er seine Aktien einfach verkaufen. Oder er kann sich versichern. Richtig gehört - versichern. Denn der Kauf einer Verkaufsoptions - oder auf Neudeutsch eines Puts - ist im Prinzip nichts anderes, als den Erwerb einer Versicherung. Und funktioniert auch so. Er zahlt eine Prämie und wird dann entschädigt, wenn die Börsen fallen. Damit kann er dann die Verluste seines Depots ausgleichen - oder, wenn er keine Werte hat, einen spekulativen Gewinn erzielen.

          Hat Anleger Hempel etwa auf seinem langfristig orientierten Depot jetzt noch Gewinne und möchte diese gegen einen weiteren Kursverfall absichern, dann könnte er sich Dax-Puts zulegen. Liegt der Index gerade bei 5.775 Zählern und Hempel erwartet einen weiteren Absturz um zehn Prozent, so würde sich etwa ein Ausübungspreis von 5.700 Zählern oder auch leicht darunter anbieten, keinesfalls aber beim Index selbst oder darüber. Denn das würde nur die „Versicherungskosten“ in die Höhe treiben, aber kaum etwas bringen.

          Wissen wo der „Schutz“ beginnt

          Hat sich bei Hempel in seinem langen Arbeitsleben mittlerweile etwas erspart und sein Depot hat einen Wert von 50.000 Euro, so kann er sich zwei „Puts“ zulegen. Bei einem Ausübungspreis von 5.700 Punkten und einer Laufzeit von vier Wochen muss er mit einem theoretischen Wert von etwa 100 Euro rechnen. Dabei bezieht sich ein Kontrakt auf fünf Indexgegenwerte. Das heißt, er hat 2 x 5 x 100 = 1.000 Euro „Versicherungsprämie“ zu leisten. Dann kann er sich ausrechnen, wie weit der Index innerhalb der vier Wochen fallen muss, damit sich für ihn das Geschäft wirklich lohnt. Nämlich mindestens bis auf 5.600 Zähler oder - ausgehende vom aktuellen Stand - um drei Prozent. Das entspeicht dem Ausübungspreis minus abgezogener Optionsprämie. Darunter stellt sich dann sein „Schutz“ ein.

          Fällt der Index wie von Hempel erwartet um zehn Prozent auf 5.200 Zähler, so erhält er eine Kompensation in Höhe von 500 * 5* 2 = 5.000 Euro. Das ist genauso viel, wie er auf seinem Portfolio verloren hätte - abzüglich der eingesetzten Prämie natürlich. Der Vorteil der Option liegt darin, schneller und flexibler als mit Aktien agieren zu können. Hätte Hempel etwa mehr Puts gekauft, dann wären nicht nur seine Einbußen auf dem Portfolio ausgeglichen worden, sondern er hätte zusätzlich einen Gewinn realisiert. Alles in allem ist aber bei Optionen gutes Timing wichtig. Denn bewegt sich die Börse nicht, dann lohnt sich der Kauf von Optionen nicht.

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