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Eurex : Mit Futures den Markt spielen

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Futures sind flexible Instrumente Bild:

Will ein Anleger schnell auf Neuigkeiten reagieren, kann der Kauf von Aktien zu lange dauern. Futures sind dafür flexibel genug.

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          An Terminbörsen werden - wie der Name schon sagt - Produkte gehandelt, bei denen die Zeit eine Rolle spielt. In der Geschäfts- und Finanzwelt ist dieser Gedanke unmittelbar verbunden mit Zinssätzen. Die sind nicht viel mehr, als die rechnerische Verbindung zwischen dem Jetzt und dem Später - und spielen damit auch bei Futures eine Rolle.

          Futures sind standardisierte Terminverträge zwischen zwei Parteien und beinhalten die Verpflichtung, ein bestimmtes Instrument in festgelegter Menge zu einem festgelegten Zeitpunkt zu einem im Voraus festgelegten Preis zu übernehmen oder zu liefern. Der Vertragsabschluss und die Vertragserfüllung sind also zeitlich getrennt.

          An der Eurex gibt es vor allem Finanzkontrakte

          Dabei können sich diese Kontrakte sowohl auf physische Güter beziehen, wie etwa Kaffee, Gold oder Öl, oder aber auf Finanzinstrumente. An der Eurex werden vor allem Finanzkontrakte gehandelt. Das heißt, sie beziehen sich auf einen Börsenindex oder ein Zinsinstrument. Der Bund-Future etwa verhält sich wie eine synthetischen Bundesanleihe, während sich der Preis eines Dax-Futures an der Entwicklung des Dax-Index orientiert.

          Wie aber berechnet der sich, und wie läuft der Handel eines Dax-Futures ab? Der Kauf entspricht einem Termingeschäft, bei dem für ein dem Dax-Index entsprechender Aktienkorb zwar jetzt schon ein Preis festgelegt wird, der aber erst später geliefert und bezahlt werden soll. Damit dürfte der Wert des Instruments genauso hoch sein wie die Kosten, die entstehen würden, wenn man die Aktien effektiv kaufen und halten würde.

          Die „Preis-Faktoren“

          Der Preis setzt sich aus drei Faktoren zusammen. Eine bestimmende Größe sind die Aktienkurse der im Index enthaltenen Papiere selbst. Die zweite Größe resultiert aus der Überlegung, dass der Anleger, statt in Aktien zu investieren, die Mittel verzinslich anlegen könnte. Der Käufer eines Futures muss also dem Verkäufer entgangene Zinsen ersetzen, die dieser erzielt hätte, wenn er die Aktien sofort verkauft und das Geld gegen Zinsen geparkt hätte. Als dritter Faktor kommt die Dividende ins Spiel. Fällt der Zahlungstermin in die Laufzeit des Futures, so muss der Kontraktpreis um den Aktienabschlag korrigiert werden. Zweiter und dritter Faktor zusammen werden auch Cost of Carry genannt.

          So bestimmt sich der Preis als:

          Future-Preis = Aktienkurs + Zinskosten - Dividende

          oder auch:

          Future-Preis = Aktienkurs + Cost of Carry

          Ist die Summe der Dividenden größer, als die Zinskosten, dann liegt der Futurespreis unter dem Index, die Cost of Carry sind negativ. Sonst liegt er darüber. Dabei ist der Dax im Gegensatz zum schweizerischen SMI ein Performance-Index. Das bedeutet, bei der Berechnung wird so getan, als ob alle Dividenden reinvestiert würden. Der theoretische Unterschied zwischen Index und Future besteht also nur in der „Zinsdifferenz“. In der Praxis spielt natürlich auch Angebot und Nachfrage eine Rolle. Aus diesem Grund kann es durchaus zu größeren Abweichungen zwischen dem Preis eines Futures und dem Index selbst kommen.

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